Eigentlich hätte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem neuen Sicherheitenrahmen ein klares Zeichen setzen können, dass sie im kommenden Jahr die geldpolitischen Zügel fester anzieht und den Druck auf Europas Regierungen verstärkt, ihre maroden Staatsfinanzen zu sanieren. Doch stattdessen hat sich die Notenbank darauf beschränkt, deutlich zu machen, dass ihr ein paar aus ihrer Sicht wohl wirklich miese Wertpapiere überhaupt nicht gefallen. Schließlich hatte sie im April versprochen, dass sie Staatsanleihen mit geringerer Bonität auch künftig nicht schlechter behandeln wird. Vor dem Hintergrund der damals immer weiter ausufernden Schuldenkrise im Euroraum war das Versprechen wohl richtig. Aber die EZB hat sich damit auch die Möglichkeit verbaut, den Druck auf Staaten und Banken zu erhöhen. Bereits am Mittwoch hatte die Notenbank ...
Börsen-Zeitung, 30.07.2010,
Autor Stephan Balling,
Ausgabe Nr. 144,
Seite 1, 332 Worte