Allianz erwartet Ende des "Rendite-Winters"
Allianz erwartet Ende des "Rendite-Winters"
mic München – Die Allianz rechnet im angelaufenen Jahr mit einem relativ stabilen Umsatz, nachdem er im Vorjahr um 3 % auf 126 Mrd. Euro gestiegen war. Dies prognostiziert der Versicherer im Geschäftsbericht für das Jahr 2017. In der Lebensversicherung würden die Erlöse aufgrund einer Ausrichtung auf profitables Wachstum stabil bleiben, heißt es zur Begründung. Sie stiegen im Vorjahr um 4 %. Für die Sachversicherung erwarten die Münchner ein Plus der gebuchten Bruttobeiträge von 2 %, bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte. Das Assetmanagement rechnet mit “durchgängig starken Mittelzuflüssen”, aber einem Rückgang gegenüber dem Ergebnis von 150 Mrd. Euro im Vorjahr.In der verhaltenen Wachstumsprognose spiegelt sich auch die geringe Präsenz in der Boomregion Asien wider. Dort werde die Branche der Sachversicherer um mehr als 10 % zulegen, führt der Geschäftsbericht aus. Die Lebensversicherer in vielen dortigen Schwellenländern würden sogar um 15 % oder mehr wachsen. Insgesamt gilt aus Sicht der Allianz: “Durchaus zuversichtlich” könne die Versicherungsbranche dem Jahr 2018 entgegenblicken. Erstens treibe die stärkere Wirtschaftsdynamik das Wachstum der Einnahmen. Zweitens deute der allmähliche Anstieg der Zinsen und Renditen das Ende des langen “Rendite-Winters” an: “Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis sich höhere Renditen auch in höheren Anlageerträgen niederschlagen.” Drittens könne die Branche nach vermehrten neuen Finanzregulierungen etwas im Jahr 2018 durchatmen und die Zeit nutzen, um sich an die neuen Vorschriften noch besser anzupassen. Neues Ziel für FrauenanteilDie Gewinnprognose bleibt unverändert: Es wird ein operatives Ergebnis von 10,6 bis 11,6 Mrd. Euro angepeilt. Dieser Planung liegt ein Euro-Wechselkurs von 1,22 zum Dollar zugrunde. Eine Aufwertung um 10 % würde das operative Ergebnis um 0,3 Mrd. Euro erhöhen, heißt es im Geschäftsbericht. Zum Jahresende rechnet die Allianz selbst mit einem günstigeren Wechselkurs zwischen Euro und Dollar als in ihrer Planung. Es werden 1,15 prognostiziert. Zudem wird ausgeführt, dass ein Zinsanstieg um 100 Basispunkte das operative Ergebnis im ersten Jahr nach der Änderung um 0,1 Mrd. Euro erhöhen werde. Der Aufsichtsrat habe im vergangenen August eine neue Zielquote für den Frauenanteil im Vorstand beschlossen, heißt es im Geschäftsbericht. Während bisher bis Ende 2018 mindestens 20 % anvisiert wurden, sollen es nun bis Ende 2021 mindestens 30 % sein. Aktuell beträgt die Quote 22 %, sie sinkt jedoch am 1. April mit der Berufung von Ivan de la Sota in das Führungsgremium auf 20 %. Für die erste Führungsebene unter dem Vorstand verfehlte die Allianz ihr Ziel eines Frauenanteils von 20 % bis Mitte 2017. Es wurden lediglich 17 % gemeldet.Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte dämpfte wie bereits auf der Bilanzpressekonferenz die Hoffnung mancher Investoren, es könne weitere Aktienrückkäufe geben. Diese sollten “keine Gewohnheitshandlung werden”, schreibt er den Aktionären. Sein Gehalt sank im Jahr 2017 von 6,2 Mill. Euro auf 5,9 Mill. Euro. Er erhielt 123 % des jährlichen Bonus nach 131 % im Vorjahr. Die Entlohnung des gesamten Vorstandes sank von 38,9 Mill. Euro auf 36,7 Mill. Euro. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG, die nach 128 Jahren Allianz-Prüfung in diesem Jahr von PricewaterhouseCoopers abgelöst wurden, erhielten 57,9 Mill. Euro nach 64,9 Mill. Euro im Vorjahr. Rückzug aus Italien-AnleihenDen schrittweisen Rückzug aus italienischen Staatsanleihen hat die Allianz im vergangenen Jahr fortgesetzt. Der Anteil sank von 4,3 % des Rentenportfolios auf 3,9 %. 2013 waren es noch 6,0 %. Der Marktwert der Kapitalanlagen, die durch Veränderungen am Aktienmarkt beeinflusst werden, stieg im vergangenen Jahr stark an: um 10 Mrd. Euro auf 57 Mrd. Euro. Ein Rückgang der Aktienkurse um 30 % würde ihren Wert um 15 Mrd. Euro senken.