Allianz schiebt Pimco Immobiliensparte zu

US-Fondstochter übernimmt Münchener Einheit

Allianz schiebt Pimco Immobiliensparte zu

Reuters/BZ München – Die Allianz dockt ihre Immobilien-Investment-Sparte an den konzerneigenen Vermögensverwalter Pimco an und will damit mehr Geschäft mit externen Kunden machen. Allianz Real Estate, die bisher direkt aus München gesteuert wird, soll an die US-Tochter Pimco übertragen werden, wie der Versicherungsriese am Dienstag mitteilte. Die 440 Mitarbeiter von Allianz Real Estate verwalten ein Portfolio von gut 70 Mrd. Euro an Immobilien und Immobilienkrediten und investiert bisher fast ausschließlich für die Allianz und ihre Kunden, zum Beispiel in der Lebensversicherung. Pimco hat bisher eher opportunistisch in Immobilien investiert und kommt auf ein Portfolio von ungefähr 30 Mrd. Euro. Der weltgrößte Rentenfondsmanager will mit der Übernahme vor allem reichen Kunden ein breiteres Spektrum an Anlagemöglichkeiten bieten.Jackie Hunt, das für die Vermögensverwaltung zuständige Allianz-Vorstandsmitglied, sprach von einer “hervorragenden Wachstumsmöglichkeit”. Der Versicherer wolle damit auch seine Position in alternativen Anlagen stärken, die höhere Renditen bieten als klassische Finanzanlagen wie etwa festverzinsliche Wertpapiere. Mit mehr als 100 Mrd. Dollar werde Pimco zu einem der weltgrößten Immobilien-Investoren. Die Gesellschaft mit Sitz in Newport Beach in Kalifornien gewinnen damit an Immobilien-Expertise, Allianz Real Estate wiederum soll vom weltweiten Vertrieb von Pimco profitieren.Im vergangenen Jahr hatte Allianz Real Estate das verwaltete Vermögen um 16 % auf 73,6 Mrd. Euro ausgebaut. Knapp 53 Mrd. Euro entfielen auf direkte Immobilien-Investments, der Rest auf Darlehen. Das Ziel, auf ein Portfolio von 100 Mrd. Euro zu kommen, hatte die Allianz-Tochter immer weiter verschoben.Im Wertpapiersegment wiederum gehört mit Allianz Global Investors neben Pimco ein weiterer großer Vermögensverwalter zum Konzern. Im Interview der Börsen-Zeitung hatte Vorstandsmitglied Hunt die unterschiedliche Firmenkultur der Fondstöchter betont und eine Fusion abgelehnt (vgl. BZ vom 10.5.2019).