Allied Irish Banks kehrt an die Börse zurück

Irische Regierung sammelt beim ersten Privatisierungsschritt 3,4 Mrd. Euro ein - Große Nachfrage der Anleger

Allied Irish Banks kehrt an die Börse zurück

Allied Irish Banks (AIB) ist an die Börse zurückgekehrt. Die irische Regierung trennte sich beim ersten Schritt der Privatisierung von mehr als einem Viertel der Anteile. Dabei sammelte der Staat, der das Institut mit 21 Mrd. Euro vor dem Untergang bewahrt hatte, 3,4 Mrd. Euro ein.hip London – Die irische Regierung hat beim Initial Public Offering von Allied Irish Banks (AIB) 3,4 Mrd. Euro eingenommen. Der bislang größte europäische Börsengang des Jahres ist der erste Schritt zur Privatisierung des Instituts, das nach dem Platzen der Blase am Immobilienmarkt im Herbst 2008 als erste Bank verstaatlicht wurde. Starkes Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Immobilienpreise auf der Grünen Insel haben die Voraussetzungen dafür geschaffen. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit der Bank jüngst von “Ba2” auf “Ba1″ hoch. Faule Kredite belasten das Institut nicht mehr so stark (siehe Grafik). Bei Mittelstandskrediten wird kein weiterer Rückgang der Nachfrage, sondern ab 2019 sogar Wachstum erwartet.Der Ausgabepreis lag mit 4,40 Euro das Stück genau in der Mitte der Bookbuilding-Spanne von 3,90 bis 4,90 Euro. Am Freitag legte die Aktie im ersten eingeschränkten Handel um bis zu 7,7 % zu, was auf Kursgewinne hindeutet, wenn die Aktie am Dienstag ihr offizielles Debüt gibt. Der Börsenwert von 12 Mrd. Euro entspricht etwa drei Fünfteln der Marktkapitalisierung von 2007. Die Regierung trennte sich in einem ersten Schritt von 25 % und nutzte auch die Mehrzuteilungsoption von 3,8 % aus. Rund ein Zehntel der Aktien wurde Kleinanlegern zugeteilt, deren Zeichnungsaufträge bis zu einem Volumen von 50 000 Euro vollumfänglich berücksichtigt wurden. Stark überzeichnet”Der erfolgreiche Abschluss des IPO von AIB stellt einen wesentlichen Meilenstein für die seit langem von der Regierung vertretene Politik dar, sich von den Bankinvestments zu trennen und sie mit der Zeit in den privaten Sektor zurückzuführen”, sagte Finanzminister Paschal Donohoe, der das Amt diesen Monat von Michael Noonan übernommen hat. “Das Angebot ist sehr gut aufgenommen worden und hat überall, wo es vermarktet wurde, große Nachfrage bei den Anlegern hervorgerufen.” Die Emission war laut “Irish Times” 4,5-fach überzeichnet, es wurden also für 13,5 Mrd. Euro Aktien geordert. “Der erfolgreiche Börsengang hat eine starke Plattform für den Staat geschaffen, sich alles Geld, das er in AIB investiert hat, zurückzuholen”, sagte Donohoe. Für ihn ist wichtig, dass der Kurs in den ersten Handelstagen nicht allzu sehr steigt, um Vorwürfe zu vermeiden, die Aktien zu billig abgegeben zu haben. Die Regierung ließ sich von Rothschild beraten. Ehemals Bank der BaulöwenDas kleine Nischeninstitut hatte sich während des Aufstiegs der Grünen Insel zum “keltischen Tiger” zur Lieblingsbank der Immobilienspekulanten und Baulöwen entwickelt und musste schließlich mit 21 Mrd. Euro über Wasser gehalten werden. Bislang flossen dem Institut zufolge 6,8 Mrd. Euro – unter anderem in Form von Rückzahlungen, Zinsen und Gebühren – an den Staat zurück. Mit den Einnahmen aus dem IPO hätte die öffentliche Hand demnach bereits die Hälfte ihres Einsatzes zurückerhalten. Sie hält auch noch 14 % an der Bank of Ireland und 75 % an Permanent TSB. Der Staat musste in der Krise für nahezu alle Bankverbindlichkeiten garantieren, um den völligen Zusammenbruch des irischen Finanzsystems abzuwenden. Ende 2010 hatte das Land ein 85 Mrd. Euro schweres Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds in Anspruch genommen.Mit 2,3 Millionen Privat- und Mittelstandskunden ist AIB die größte Retail- und Geschäftsbank des Landes. Zusammen mit Bank of Ireland und Ulster Bank kontrolliert sie den irischen Hypothekenmarkt. AIB ist dabei mit einem Marktanteil von 36 % die Nummer 1. Zudem führt das Institut 37 % der privaten Girokonten. Chief Executive Bernard Byrne wertete den Börsengang als “großen Vertrauensbeweis in die Stärke der Trendwende” der Bank.