WERTBERICHTIGT

Angst vor dem ETF-Boom

Börsen-Zeitung, 19.8.2017 Der rasante Aufstieg der Indexfonds weckt bei manchen Finanzakteuren, bei Wissenschaftlern sowie der Aufsicht Sorgen. Was war da schon alles zu lesen: Gefahr für den Wettbewerb bei Unternehmen, in denen passive Fondsmanager...

Angst vor dem ETF-Boom

Der rasante Aufstieg der Indexfonds weckt bei manchen Finanzakteuren, bei Wissenschaftlern sowie der Aufsicht Sorgen. Was war da schon alles zu lesen: Gefahr für den Wettbewerb bei Unternehmen, in denen passive Fondsmanager investiert sind, Gefahr für die Handelsumsätze durch gleichgerichtetes Anlageverhalten und damit Gefahr von zunehmenden Kursausschlägen bei abnehmender Liquidität sowie die Gefahr einer großen Börsenmacht der ETF-Anbieter. Angesichts der beeindruckenden Zahl von mehr als 4 Bill. Dollar Vermögen in ETF und des enormen Wachstumstempos kann man die Sorgen nachvollziehen. Doch manchmal helfen nüchterne Zahlen, um klarer zu sehen: Die Indexfonds haben gerade mal einen Anteil von 5 % an der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung. Insofern kann von einer riesigen Macht der ETF-Anbieter kaum die Rede sein. Die Forderungen, sie müssten scharf überwacht werden, sind überzogen. Das heißt nicht, dass die Aufsicht nicht genau hinschauen sollte, wie sich die Dinge entwickeln – aber man muss nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. sto