Aufsicht stoppt Verkauf von US-Börse
Aufsicht stoppt Verkauf von US-Börse
Der Einstieg von chinesischen Investoren bei einer der ältesten US-Börsen ist gestoppt. Die Führung der US-Börsenaufsicht SEC hat dem Verkauf der Chicago Stock Exchange zwei Jahre nach der Offerte eine Absage erteilt. Der Deal hatte in den vergangenen Monaten hohe politische Wellen geschlagen.sp New York – Die US-Börsenaufsicht Securities Exchange Commission (SEC) hat dem Verkauf der Chicago Stock Exchange (CSX) an ein Konsortium unter Führung chinesischer Investoren zwei Jahre nach Veröffentlichung der Übernahmepläne eine Absage erteilt. Die Börse habe nicht den Nachweis erbringen können, dass der Einfluss einzelner Investoren unter den festgelegten Obergrenzen bleiben würde, heißt es in der Begründung zur Entscheidung, die das fünfköpfige Führungsgremium der SEC unter Leitung von Chairman Jay Clayton getroffen hat, wobei zum Abstimmungsergebnis keine Angaben gemacht werden. Die zuständigen Beamten in der Behörde hatten vor einem halben Jahr noch die Zustimmung zu dem politisch heiklen Deal empfohlen. Der geplante Einstieg einer Investorengruppe unter der Leitung von Chongqing Casin Enterprise (CCE) bei einem der kleinsten US-Handelsplätze (siehe Grafik) hatte in Washington über die vergangenen Monate immer wieder hohe Wellen geschlagen. Das Deal-Volumen und der bei der Transaktion zugrundegelegte Unternehmenswert sind mit rund 30 Mill. und 100 Mill. Dollar zwar nicht der Rede wert. Dennoch warnten Abgeordnete des US-Kongresses aus beiden Parteien mehrfach davor, China auf diesem Wege Einfluss auf die Finanzinfrastruktur des Landes zu gewähren. Angst vor StrohmannVor ziemlich genau einem Jahr wandten sich gleich 46 Abgeordnete in einem Brief an den Regierungsausschuss CFIUS (Committee on Foreign Investments in the United States), der Transaktionen unter Beteiligung von ausländischen Investoren in den USA auf Belange der nationalen Sicherheit prüft. Es sei zwar unklar, wie weit die Verbindungen von CCE zur chinesischen Regierung gingen, räumten die Abgeordneten in dem Brief ein, mit dem sie CFIUS zu einer genauen Prüfung der Übernahmepläne aufforderten. Allerdings sei die Firma in mehreren Branchen engagiert, die einen kurzen Draht nach Peking erforderlich machten, und CCE-Chairman Shengju Lu sei in staatsnahen Gremien vertreten, hieß es in dem Brief weiter.Das Management der CSX hat wiederholt den Verdacht zurückgewiesen, dass es sich bei CCE um ein verkapptes Staatsunternehmen aus China handle. Die Börse machte für den Deal unter anderem damit Werbung, dass sie sich mit chinesischen Eigentümern als Listing-Platz für hunderte chinesische Unternehmen empfehlen werde, die in ihrer Heimat derzeit ohne Aussicht auf baldigen Erfolg auf die Zulassung für einen Börsengang warten.US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf 2016 über das Angebot aus China für eine der ältesten US-Börsen gewettert. Das Weiße Haus soll die SEC im Herbst laut US-Medienberichten denn auch angehalten haben, den Deal trotz der Empfehlung der eigenen Beamten nicht zu genehmigen, worauf SEC-Chef Clayton die Prüfung der Übernahme durch die Behördenleitung ankündigte, während die US-Regierung mit China über die künftigen Handelsbeziehungen verhandelte.Jetzt hat die SEC den Verkauf an das Konsortium unterbunden, nicht zuletzt weil neben der CCE mit Chairman Shengju Lu auch dessen Sohn Jay Lu mit zu der Investorengruppe gehört. Gemeinsam hätten die beiden 39,5 % der CSX-Anteile übernommen. Der Regierungsausschuss CFIUS hatte dem Deal im vergangenen Jahr dennoch zugestimmt.