Bâloise wächst kräftig im Vorsorgegeschäft
Bâloise wächst kräftig im Vorsorgegeschäft
dz Zürich – Der Schweizer Versicherer Bâloise hat 2019 das Geschäftsvolumen um 9,6 % auf 9,5 Mrd. sfr ausgeweitet. Das starke Wachstum kommt hauptsächlich aus dem Lebengeschäft, das eine Zunahme des Bruttoprämienvolumens um eindrücklich 21 % auf rund 4 Mrd. sfr ausweist. Ausschlaggebend für den Prämienschub war der Ausstieg des Konkurrenten Axa aus dem Geschäft mit sogenannten Vollversicherungen für Schweizer Unternehmenskunden. Damit decken Schweizer Unternehmen einerseits die biometrischen Risiken der obligatorischen, betrieblichen Altersvorsorge ab. Anderseits lassen sie sich vom Versicherer aber auch die Anlagerisiken decken und damit die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung der Vorsorgekapitalien von aktuell 1 % garantieren.Das Geschäft ist im aktuellen Zinsumfeld schwierig, zumal die Rahmenbedingungen wie der Mindestzins aus politischen Gründen für die Versicherer wenig vorteilhaft sind. Aus diesen und anderen Gründen hatte Axa das Geschäft 2018 als Schweizer Marktführerin aufgegeben. Viele Betriebe mussten Anfang 2019 bei Mitbewerbern eine Anschlusslösung suchen. Bâloise war bei der Aufnahme solcher Kunden offensichtlich besonders aktiv. Das so hinzugekommene Prämienvolumen beziffert die Gruppe mit 560 Mill. sfr. Besonders lukrativ ist das Lebengeschäft der Bâloise derzeit aber nicht. Der betriebliche Spartengewinn (Ebit) sank 2019 von 333 Mill. sfr auf 275 Mill. sfr, wobei ein positiver Einmaleffekt dafür sorgte, dass die vom Unternehmen selber formulierte Mindesterwartung von 200 Mill. sfr immerhin deutlich überschritten werden konnte.In den Nichtleben-Sparten verzeichnete Bâloise nicht zuletzt dank der Akquisition der belgischen Fidea ein Prämienwachstum um 4 % auf 3,5 Mrd. sfr. Die Schaden-Kosten-Quote reduzierte sich um 1,3 % auf 90,4 %, was für die gute Steigerung des Sparten-Ebits um 7,3 % auf 398 Mill. sfr entscheidend war.Einem weiteren einmaligen Sondereffekt, der durch die Senkung der Schweizer Gewinnsteuern entstand, verdankt Bâloise den Gewinnsprung um 33 % auf 694 Mill. sfr. Dieser wurde den Aktionären in Form eines noch bis Ende April laufenden Aktienrückkaufprogramms teilweise bereits weitergegeben. 2020 kommt eine Erhöhung der Dividende von 6,0 sfr auf 6,4 sfr hinzu. Gemessen am stark gefallenen Aktienkurs (-11 % gestern, -18 % auf 127,20 sfr seit Jahresbeginn) ergibt sich daraus eine mindestens im Moment vielversprechend erscheinende Rendite von 4,7 %.