Banco-Popular-Anleihen sind Lotterielose für Händler
Banco-Popular-Anleihen sind Lotterielose für Händler
Bloomberg New York – Der europäische Anleihemarkt bietet derzeit so etwas wie ein Lotterielos. Es handelt sich dabei um abgeschriebene Wertpapiere von Banco Popular Español, die einen massiven Wertgewinn versprechen, falls den Besitzern eine rechtliche Sensation gelingen sollte. Zwar gibt es nur eine geringe Chance auf eine Kurserholung der Papiere, da die Anleihen unter aufsichtsrechtlichem Zwang abgeschrieben wurden. Doch einige Investoren spekulieren auf eine erfolgreiche Auseinandersetzung vor Gericht.Einige Händler kaufen die riskantesten Papiere der Bank, sogenannte Cocos, für die derzeit Preise von 1 Cent je 1 Euro Nominalwert angegeben werden, sowie die höher im Rang stehenden Tier-2-Bonds, die bei 4 Cent je 1 Euro Nominalwert liegen, wie Bloomberg erfuhr. Die einst sechstgrößte Bank Spaniens ist die erste europäische Bank, deren Verkauf im Rahmen des Einheitlichen Abwicklungsmechanismus der EU erzwungen wurde. Erworben hat die Bank der Banco Santander. Mehrere Anwaltskanzleien sprechen derzeit Anleihebesitzer an und versuchen, die Transaktion infrage zu stellen. Diese war so angelegt worden, dass Steuerzahler davor geschützt werden, die Bank retten zu müssen.”Wenn Papiere so niedrig gehandelt werden wie in diesem Fall, dann ist es geradezu eine freie Option”, sagt Mark Holman, CEO von TwentyFour Asset Management. Der Vermögensverwalter besitzt keine der Anleihen und hat auch nicht vor, Papiere zu kaufen. “Es könnte sich die Möglichkeit ergeben, das Management zu verklagen oder Santander ins Visier zu nehmen.” Cairn Capital hatte Investoren mitgeteilt, dass bei einem 130 Mill. Euro schweren Fonds, der auf nachrangige Anleihen ausgerichtet ist, Verluste entstanden seien wegen der Bestände an Banco-Popular-Papieren. Die Gesellschaft erwäge rechtliche Schritte.Gerichtsverfahren werden aber wahrscheinlich nicht erfolgreich sein, weil der Anleihegläubigerschutz geschwächt wird, wenn die Aufsicht entscheidet, dass eine Bank wohl in die Pleite rutschen wird – was die Europäische Zentralbank tat, bevor sie die Papiere Verluste mittragen ließ, erklärt Carlo Mareels, Stratege bei Mitsubishi UFJ.