Banco Popular ist auf Brautschau
Banco Popular ist auf Brautschau
ths Madrid – Banco Popular hat das Interesse für eine eventuelle Übernahme des angeschlagenen Geldinstituts ausloten lassen. Die spanischen Großbanken Santander und BBVA sowie die verstaatlichte Bankia nahmen an dem von J.P. Morgan geführten Prozess teil, wie spanische Medien am Mittwoch vermeldeten. Die Namen der Interessenten wurden nicht offiziell benannt, aber Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte am Dienstag bestätigt, dass Bankia sich die Zahlen von Banco Popular angeschaut hat. Ende Januar endet das im Rahmen der Rettung von Bankia auferlegte Verbot für den Kauf anderer Kreditinstitute, weshalb die frühere Sparkasse mitbieten könnte.Eine Fusion von Banco Popular wird seit geraumer Zeit als eine wahrscheinliche Lösung für die gewaltigen Probleme der sechstgrößten Bank Spaniens gesehen. Das Geldinstitut führt faule Kredite und belastete Aktiva aus der Immobilienbranche in Höhe von 37 Mrd. Euro in den Büchern, was im vergangenen Jahr zu einem Rekordverlust von 3,6 Mrd. Euro geführt hatte. Im ersten Quartal sank die harte Eigenkapitalquote auf 7,33 %. Dennoch ist Banco Popular für Käufer interessant, etwa als Marktführer für kleine und mittelgroße Unternehmen. Marktwert sinktDas neue Management des im Februar angetretenen Vorsitzenden Emilio Saracho lässt derzeit alle Optionen prüfen. Die Kaufinteressenten hatten selektiven Zugang zu Daten über die belasteten Aktiva sowie Angaben zum operativen Bankgeschäft, in dem Banco Popular schwarze Zahlen schreibt. Die Spekulationen und Meldungen über einen möglichen Verkauf oder aber doch einen Alleingang haben in den vergangenen Wochen den Aktienkurs auf Achterbahnfahrt geschickt. Gegenwärtig liegt der Marktwert knapp unter 3 Mrd. Euro, nachdem seit Jahresanfang ein Minus von 24 % zu Buche steht. Die Bank selbst hält sich derzeit noch alle Möglichkeiten offen, wie sie erklärte.Neben einer möglichen Fusion arbeitet Banco Popular demnach weiter an der Veräußerung nicht strategischer Aktiva und einer eventuellen Kapitalerhöhung. “Zu diesem Zeitpunkt ist noch keine Entscheidung über die verschiedenen Alternativen getroffen worden”, hieß es in der Mitteilung. Nach Ansicht von Analysten ist eine umfangreiche Aufstockung des Kapitals die einzige Alternative zu einem Verkauf. Banco Popular will nach Medieninformationen bis zum 10. Juni eine Entscheidung fällen.