BayernLB zahlt wieder Dividende

Ergebnis nach Steuern gestiegen - Firmenkundengeschäft wegen hoher Risikovorsorge mit Verlust

BayernLB zahlt wieder Dividende

Die Bayerische Landesbank hat 2017 dank eines Steuerertrags unter dem Strich mehr verdient. Die Eigentümer – der Freistaat Bayern und die Sparkassen – erhalten erstmals seit 2008 wieder eine Dividende. Wegen einer höheren Risikovorsorge ist das Firmenkundengeschäft in die Verlustzone gerutscht.jh München – Die Bayerische Landesbank (BayernLB) hat im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Steuern von 652 Mill. Euro erzielt. Das sind 56 Mill. Euro weniger als im Jahr zuvor. Da hatte jedoch der Verkauf von Beteiligungen einen Sonderertrag von 178 Mill. Euro gebracht. “Die harte Arbeit der letzten vier Jahre hat sich ausgezahlt”, sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes-Jörg Riegler auf der Jahrespressekonferenz in München. “Wir haben das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft gelegt und können uns auf die Kür konzentrieren.” Ziel müsse sein, immer besser zu werden.Ob das bezogen auf das Ergebnis in diesem Jahr gelingt, ließ Riegler offen. Die Prognose lautet wieder: vor Steuern einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Weiter wagte er sich wegen der niedrigen Zinsen, des Aufwands für die Regulatorik und der harten Konkurrenz nicht vor. “Das ist kein Feld, wo Sie Bäume ausreißen können”, sagte Riegler. “Unser Ziel ist auch für dieses Jahr, zu den Besten zu gehören.” Mit ihrem Ergebnis vor Steuern hat die BayernLB wie 2016 im vergangenen Jahr sowohl die LBBW (515 Mill. Euro) als auch die Helaba (447 Mill. Euro) übertroffen. In Deutschland war nur die DZ Bank mit 1,8 Mrd. Euro besser. Nach Steuern steigerte die BayernLB das Ergebnis (siehe Tabelle). Das gelang dank eines Steuerertrags. Diesen begründete Finanzvorstand Markus Wiegelmann mit einer Betriebsprüfung für vergangene Jahre. Danach seien Steuererklärungen aktualisiert worden. Zudem seien wegen der guten Ertragsentwicklung latente Steuern erhöht worden. Auch das habe einen Ertrag gebracht.Die Gesellschafter – der Freistaat Bayern (75 %) und die bayerischen Sparkassen (25 %) – sollen eine Dividende von 50 Mill. Euro erhalten. Es ist die erste seit zehn Jahren, als 126 Mill. Euro für 2007 ausgeschüttet wurden. Zudem zahlt die Landesbank dem Freistaat 53 Mill. Euro als Zinsen auf die stille Einlage. Im Sommer 2017 wurde die letzte Milliarde der Staatshilfe von 5 Mrd. Euro getilgt. “Die Höhe der Ausschüttung betrachten wir als Einstieg in das Thema Dividendenzahlung”, kommentierte der bayerische Sparkassenverband den Plan und deutete damit an, künftig mehr zu erwarten. Wiegelmann stellte klar, dass die Dividende für das zweite Halbjahr gezahlt werde – als das Beihilfeverfahren der EU mit der letzten Rate an den Freistaat beendet war. “Ein Einmalthema”Im vergangenen Jahr hat am stärksten die Direktbank DKB mit einem Ergebnis vor Steuern von 272 Mill. Euro zum Gewinn beigetragen. Zudem hielt der Konzern die Risikovorsorge mit per saldo 94 Mill. Euro auf einem relativ niedrigen Niveau. Im Firmenkundengeschäft wurde allerdings eine Vorsorge im Volumen von 164 Mill. Euro gebildet, wie Finanzvorstand Markus Wiegelmann berichtete. “Wir sind hier sehr konservativ vorgegangen.” Das führte zu einem Jahresverlust dieses Segments von 44 Mill. Euro vor Steuern, allein im letzten Quartal waren es 161 Mill. Euro. “Das ist ein Einmalthema für die nächsten Jahre”, sagte Wiegelmann. Er rechnet damit, dass dann die Vorsorge zum Teil wieder aufgelöst wird.In der Finanzbranche ist bekannt, dass die BayernLB wie die Commerzbank zu den Kreditgebern des angeschlagenen südafrikanisch-deutschen Möbelkonzerns Steinhoff gehört. Der 2017 verbuchte Schaden für die Münchner soll in der Größenordnung von 50 Mill. Euro liegen. Riegler und Wiegelmann äußerten sich dazu nicht.Auf die Frage nach den Aussichten für das Firmenkundengeschäft in diesem Jahr antwortete Wiegelmann: “Wir wollen Gewinn machen. Und das ist absolut realistisch.” Der Start ins Jahr sei gut gewesen. Die Konjunktur in Deutschland sei auch 2018 super. Den Anstieg des Zinsüberschusses begründete Wiegelmann vor allem mit einem besseren Rating der Bank. Damit verringerten sich die Kosten für die Refinanzierung. Riegler hob hervor, dass die BayernLB trotz der Rückzahlung der Staatshilfe die harte Kernkapitalquote auf 15,3 % erhöht habe: “Damit gehören wir zu den solidesten Banken.” —– Wertberichtigt Seite 8