BBVA verbucht im ersten Quartal 1,8 Mrd. Euro Verlust
BBVA verbucht im ersten Quartal 1,8 Mrd. Euro Verlust
ths Madrid – Spaniens Banken haben sich mit hohen Rückstellungen für die Folgen der Coronakrise gerüstet und eine deutliche Verschlechterung ihrer Ergebnisse im ersten Quartal in Kauf genommen. Als einziges der führenden Geldinstitute rutschte BBVA ins Minus ab. Die zweitgrößte Bank des Landes berichtete am Donnerstag einen Quartalsverlust von fast 1,8 Mrd. Euro.Zusätzlich zur Risikovorsorge für die Covid-19-Pandemie von 1,43 Mrd. Euro verbuchte BBVA Abschreibungen auf die US-Tochter von gut 2 Mrd. Euro. Diese Maßnahme rechtfertigte die Bank mit durch die Coronakrise verschlechterten Geschäftsaussichten in den USA sowie dem Ölpreisverfall, da der Kernmarkt der Spanier das ölreiche Texas ist. Bereits im Dezember hatte BBVA eine Wertberichtigung von 1,35 Mrd. Euro für die Tochter vorgenommen. Die Aktie von BBVA rutschte am Donnerstag mehr als 5 % ab.”Wir haben es vorgezogen, konservativ zu sein, und ich bin sicher, dass die Risikovorsorge in den kommenden Quartalen niedriger ausfallen wird”, erklärte der Vorsitzende von BBVA, Carlos Torres, per Video-Pressekonferenz. Mit den Rückstellungen bis März entspreche die Abdeckung nun 257 Basispunkten des Kreditvolumens. Bis Jahresende soll sie aber auf 150 bis 180 Basispunkte sinken. “Seit der Finanzkrise von 2008 haben wir immer Gewinne gemacht, und ich hoffe, dass dies auch 2020 der Fall sein wird”, sagte Torres.Mut für diese Annahme gebe ihm der Anstieg des operativen Ergebnisses um 14 % auf fast 3,6 Mrd. Euro, “der beste Quartalswert in zehn Jahren”. BBVA profitiere in der Krise von der breiten geografischen Diversifizierung, da die Pandemie nicht alle Länder gleich treffen werde, sagte der CEO der Bank, Onur Genç.BBVA hat die Dividende für 2020 ausgesetzt, “bis die Ungewissheiten verschwunden sind”. Die Restzahlung für 2019 konnte die Bank nicht mehr verhindern, da die Hauptversammlung die Ausschüttung vor der Mahnung der EZB beschlossen hatte. Dies hätte die Kapitaldecke gegenüber Mitbewerbern verschlechtert, sagte Torres. Die harte Eigenkapitalquote sank auf 10,84 %. Sie soll sich bis Ende des Jahres jedoch wieder verbessern, da noch einige Operationen ausstünden. So kann BBVA demnächst einen Gewinn von 300 Mill. Euro aus einem vor Tagen besiegelten Joint Venture mit der Allianz im Versicherungsgeschäft (außer Lebensversicherungen) verbuchen.Auch die Caixabank ist zuversichtlich, dass sie trotz der Coronakrise am Ende des Jahres keine Verluste schreiben wird, wie CEO Gonzalo Gortázar ebenfalls am Donnerstag versicherte. Spaniens drittgrößtes Kreditinstitut hat die Risikovorsorge im ersten Quartal aufgrund der Pandemie um 400 Mill. Euro aufgestockt. In den nächsten Monaten werde man aber noch nachlegen müssen, räumte Gortázar ein. Trotz dieser Aufwendung erzielte Caixabank im ersten Quartal einen Reingewinn von 90 Mill. Euro, 83 % weniger als im Vorjahreszeitraum.Wie die Konkurrenz erlebt auch die ehemalige Sparkasse aus Katalonien zwei rasante Phänomene. Während die Nachfrage nach Hypotheken und Verbraucherkrediten eingebrochen ist, wird die Bank von Anfragen der Unternehmen und Kleinbetriebe nach Darlehen geradezu überschwemmt. Caixabank hat bisher 130 000 Anträge für Darlehen mit Garantien des staatlichen Kreditinstituts ICO erhalten, die ein Volumen von gut 11 Mrd. Euro ausmachen.Banco Sabadell hat aufgrund der Coronakrise im ersten Quartal Rückstellungen von 213 Mill. Euro verbucht. Dadurch fiel der Reingewinn mit 94 Mill. Euro um 64 % niedriger aus als im Vorjahresquartal, wie die Bank am Donnerstag bekannt gab.Bereits am Mittwoch hatte Bankia einen Gewinnrückgang bis März von 54 % auf ebenfalls 94 Mill. Euro bekannt gegeben, nachdem die Risikovorsorge wegen der Pandemie um 125 Mill. Euro erhöht wurde. Der CEO des verstaatlichten Geldinstituts, José Sevilla, versicherte ebenfalls, dass man im laufenden Jahr keine Verluste machen werde. Spaniens Branchenprimus Santander hatte am Dienstag einen Quartalsgewinn von 331 Mill. Euro ausgewiesen und 1,6 Mrd. Euro für die Risikovorsorge wegen des Virus aufgebracht.