Bei Monte dei Paschi verzögert sich die Sanierung weiter
Bei Monte dei Paschi verzögert sich die Sanierung weiter
tkb Mailand – Bei der außerordentlichen Hauptversammlung von Monte dei Paschi di Siena (MPS) zur Wochenmitte fehlte das nötige Quorum, um wichtige Entscheidungen wie etwa den vorgesehenen Kapitalschnitt oder die Reduzierung der Boardmitglieder von 17 auf 15 zu entscheiden. Für 12. April war sowohl die ordentliche wie auch die außerordentliche Hauptversammlung (HV) einberufen worden. Die ordentliche HV hat die Bilanz 2016 abgesegnet. Diese hat infolge hoher Rückstellungen auf notleidende Kredite mit einem Verlust von 3,7 Mrd. Euro abgeschlossen. Da bei der HV nur 16,3 % des Kapitals präsent war, konnte die anschließend geplante ao. HV nicht stattfinden. Für diese wäre eine Präsenz von mindestens 20 % des Kapitals erforderlich gewesen. Anwesend waren Vertreter des Schatzamtes mit 4 % der Kapitalanteile, des französischen Versicherers Axa mit 3 % und Kleinaktionäre. Auf der Tagesordnung stand ein Kapitalschnitt von 2 Mrd. Euro, der durch den Verlust nötig geworden war. Als zweiter Schritt sollte die Kapitalerhöhung von 8,8 Mrd. Euro beschlossen werden, die größtenteils vom Staat gezeichnet werden soll. Bankchef Morelli ließ wissen, dass der neue Geschäftsplan “wesentlich” von dem im November präsentierten Plan abweiche. Noch wurde kein Datum für eine neuerliche ao. HV angesetzt. MPS werde die Börsennotierung wieder aufnehmen, sobald die EU-Kommission den Geschäftsplan akzeptiert habe. Er forderte Brüssel zur Eile auf. Solange noch 29 Mrd. Euro fauler Kredite die Bankenbilanz belasteten, könne es nicht zu einer wesentlichen Erholung der Geschäftstätigkeit kommen, antwortete Morelli auf die Frage eines Kleinaktionärs, wann mit einer Trendwende zu rechnen sei.