Betrugsverdacht in Sachsen bei Corona-Soforthilfe

Auszahlungsstopp - Anträge stellen weiter möglich

Betrugsverdacht in Sachsen bei Corona-Soforthilfe

dpa-afx Dresden – Sachsen hat wegen Betrugsverdachts vorübergehend die Zahlung von Soforthilfe-Zuschüssen des Bundes für Selbständige und Unternehmen in der Coronakrise gestoppt. Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt nach dem Auftauchen einer betrügerischen Webseite. Unbekannte haben die offizielle Seite der Sächsischen Aufbaubank (SAB) kaum merklich verändert, um mit der “Fake-Seite” Daten von Unternehmen abzugreifen und dann mit ihren eigenen Kontodaten die Anträge zu stellen. Kein höherer SchadenOb bereits Fördergelder ausgezahlt wurden, die im Zusammenhang mit der betrügerischen Website stehen, sei noch unklar, so das LKA. Ein höherer Schaden werde aber nicht erwartet. Bereits am Donnerstagabend hatte die Bank erklärt, die Auszahlung der Soforthilfe-Zuschüsse vorerst zu stoppen. Die Bank habe “alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um Fehlleitungen öffentlicher Mittel zu vermeiden”, hieß es. Wie viele Unternehmen betroffen sind und wie hoch der Schaden ist, könne man derzeit noch nicht sagen. “Dafür ist alles noch zu frisch”, sagte eine SAB-Sprecherin. Unklar sei noch, ob die Auszahlungen über das landeseigene Darlehensprogramm für Unternehmen und Selbständige ebenso vorübergehend gestoppt werden. Derzeit arbeite die Bank an Verfahren, um künftig Betrugsversuche besser vermeiden zu können.Laut SAB könnten zunächst für beide Programme weiter Anträge gestellt werden. Sprecherin Bartsch rief dazu auf, bei der Antragstellung auf die richtige Schreibweise der SAB-Internetseite zu achten: https://www.sab.sachsen.de/ “Weil die Anträge elektronisch gestellt werden, bekommen alle Antragsteller automatisch eine Bestätigungsmail”, so Bartsch. Wer solch eine Mail nicht erhalten habe, sollte stutzig werden.Das Landeskriminalamt kündigte zudem an, mögliche Zusammenhänge mit bundesweiten Betrugsversuchen bei den Corona-Soforthilfen zu überprüfen. Ähnliche Vorfälle hatte es neben Hamburg etwa in Nordrhein-Westfalen gegeben, wo nach Betrügereien das Soforthilfe-Programm für kleine Betriebe in der Coronakrise zeitweise gestoppt worden war. Am Freitag sollte es wieder anlaufen und dann auch besser vor Betrug geschützt sein.