Börse erhofft sich Marktanteile
Börse erhofft sich Marktanteile
Die Deutsche Börse hofft, durch den bevorstehenden Austritt Großbritanniens Marktanteile gewinnen zu können. Das Euro-Clearing müsse nach Frankfurt geholt werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Theodor Weimer auf dem 11. Finanzplatztag der WM Gruppe.ck Frankfurt – Die Deutsche Börse hofft, durch den Brexit Marktanteile gewinnen zu können. “Für mich bedeutet der Brexit zunächst einmal eine Chance”, sagte der Vorstandsvorsitzende des Marktbetreibers Theodor Weimer auf dem 11. Finanzplatztag der WM Gruppe. Es würden neue Märkte verteilt, und die Deutsche Börse sei in einem Geschäft, in dem sie die Opportunitäten, die sie in den Märkten sehe, nützen müsse. “Das ist der Grund, warum wir für Euro-Clearing und dergleichen so sehr kämpfen.” Nicht nur VerrechnungBei Clearing gehe es nicht nur um die Verrechnung, sondern auch um Risikomanagement. “Wir sind die zentrale Gegenpartei zwischen Vertragspartnern, das ist die Verrechnungsseite, wir reduzieren aber auch die Volumina der Handelsströme der Partner untereinander dramatisch und machen damit ein Risikomanagement”, so Weimer. Unter Risikomanagement-Gesichtspunkten sei es unumgänglich, dass das Euro-Clearing in die EU geholt werde. “Und ich behaupte dadurch, dass das auch nach Frankfurt geholt werden muss.” Volumen verachtfachtDie Deutsche Börse habe für das Euro-Clearing eine Marktlösung geschaffen. Derzeit belaufe sich das Clearing-Volumen auf 40 Mrd. Euro pro Tag, womit es sich verachtfacht habe. Der Anteil der Deutschen Börse am Euro-Clearing liege aber bei lediglich 4 %. Es sei noch ein sehr weiter Weg zu gehen. Auf der Bilanzpressekonferenz hat Weimer kürzlich ein Ziel für den Marktanteil von 25 % genannt.Börsen seien im Kern Netzwerke, sie führten Liquidität zusammen, so Weimer. Je größer das Transaktionsvolumen sei, je höher die Liquidität in einem Markt sei, desto höher die Effizienz. Das heiße, die Größe sei für die Börse selbst ein extremes Thema, ein Kapitalmarktinfrastruktur-Provider sei zur Größe verdammt. Wer nicht wachse, werde aus dem Geschäft heraus diffundiert. Der Anteil der Top-15-Kapitalmarktinfrastruktur-Provider an den Märkten weltweit sei von 2010 bis 2015 von 35 % auf 41 % gestiegen.Andere Börsen hätten sich in den zurückliegenden Jahren dynamischer entwickelt als die Deutsche Börse. Sie seien nicht so breit aufgestellt gewesen wie die Deutsche Börse und hätten aus diesem Nachteil das Beste gemacht. Sie seien ins Datengeschäft eingestiegen. Der Handel werde mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 bewertet, das Datengeschäft mit einem KGV von mehr als 20. Das sei genau das Geschäft, das die Börsen heute spielten, und die Deutsche Börse könne sich dem auch nicht entziehen. Es gehe darum, dass die Deutsche Börse die Wachstumsmöglichkeiten, die sich strategisch ergäben, nutze.