BPCE will Fidor Bank an Ripplewood verkaufen
BPCE will Fidor Bank an Ripplewood verkaufen
sck München – Vier Jahre nach der Übernahme der Fidor Bank steht die französische Großbank BPCE vor einem entscheidenden Schritt, sich von dem defizitären Münchner Finanzdienstleister wieder zu trennen. Der Konzern aus Paris befindet sich nach eigenen Angaben in “exklusiven Verhandlungen” mit dem US-Finanzinvestor Ripplewood. Ein Abschluss der Verkaufsgespräche sei im ersten Halbjahr 2021 vorgesehen.Die Ankündigung kommt nicht überraschend, plante doch BPCE seit geraumer Zeit, Fidor loszuwerden nach teuren Stützungsmaßnahmen für die deutsche Tochtergesellschaft. Aufgrund der schwachen Verfassung von Fidor und der schwierigen Lage der Finanzbranche tat sich die BPCE zunächst aber schwer, einen Bieterprozess für das Institut anzustoßen. Im Frühjahr vorigen Jahres scheiterten die Franzosen mit ihrem Versuch, die Tochter zu verkaufen. Ursprünglich war geplant, die Bank bis Ende März 2019 zu veräußern. Über die nun eingeleiteten Verhandlungen mit Ripplewood berichtete zuletzt der Online-Informationsdienstleister “Finanz-Szene”.Das Zentralinstitut der französischen Sparkassen und Volksbanken hatte mit Fidor keine glückliche Hand. Für den Mutterkonzern erwies sich das Institut als teurer Fehlgriff. 2017 machte Fidor operativ 111 Mill. Euro Verlust, 2018 waren es 42 Mill. Euro. Für 2019 erwartete Fidor zuletzt wegen Umbauten einen Verlust von 50 Mill. Euro. Die Defizite musste BPCE komplett ausgleichen. Im Frühjahr 2019 warf Fidor-Gründer und Vorstandschef Matthias Kröner das Handtuch.