Britische Bankaufsicht fühlt sich überfordert

Wegen Brexit weniger Zeit für andere Dinge

Britische Bankaufsicht fühlt sich überfordert

hip London – Die britische Bankaufsicht hat davor gewarnt, dass ihr wegen der Vorbereitungen auf den Brexit wenig Zeit für andere Themen bleibt. Die möglichen Folgen des EU-Austritts für die City stellten ein wesentliches Risiko für die von der bei der Bank of England angesiedelten Behörde verfolgten Ziele dar und hätten deshalb oberste Priorität. Schlimmste SzenarienDer Chief Executive der Prudential Regulation Authority (PRA), Sam Woods, hatte von Firmen, die seiner Aufsicht unterstehen und grenzüberschreitende Geschäfte zwischen Großbritannien und anderen EU-Mitgliedstaaten tätigen, eine Zusammenfassung ihrer Notfallpläne für die schlimmstmöglichen Szenarien angefordert, die sich aus dem Brexit ergeben könnten. Als Frist hatte der ehemalige McKinsey-Berater, der danach viele Jahre für das Schatzamt tätig war, den 14. Juli gesetzt.Nicky Morgan, die neue Vorsitzende des Finanzausschusses des britischen Unterhauses, hatte den Chef der mehr als 1 300 Mitarbeiter zählenden Behörde Anfang August dazu aufgefordert, umgehend ein Update zu den Ergebnissen der Umfrage vorzulegen (vgl. BZ vom 2. August). Die Auswertung der von mehr als 400 Banken und anderen Firmen der Finanzbranche eingegangenen Antworten werde erst im Herbst abgeschlossen sein, erklärte die PRA nun.”Wir werden vielleicht schwierige Priorisierungsentscheidungen treffen müssen”, schrieb Woods in seiner Antwort an Morgan. “Die Zulassung und anschließende Überwachung einer erheblichen Zahl weiterer Firmen wird voraussichtlich zu einer wesentlichen Zusatzbelastung unserer Ressourcen führen.” Dabei geht es wohl um die Institute aus der EU, die ihre Geschäfte in Großbritannien auf Grundlage von innerhalb der Staatengemeinschaft gültigen Marktzugangsrechten (Passporting) tätigen. Ihre britischen Niederlassungen werden dabei in erster Linie vom Regulierer im jeweiligen Heimatland beaufsichtigt. Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs erlöschen diese Rechte. Mehr Zeit für AnpassungenDer Karrierebeamte sprach sich für Übergangsvereinbarungen aus. Dadurch wäre “mehr Zeit, die notwendigen Veränderungen vorzunehmen, um sich in ordentlicher Weise dem neuen Verhältnis zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU anzupassen”.