Cerberus legt gegen die Commerzbank nach

Investor will "alternative Wege" beschreiten

Cerberus legt gegen die Commerzbank nach

lee Frankfurt – Der Finanzinvestor Cerberus fährt seine Kampagne gegen das Top-Management der Commerzbank unverdrossen weiter. Nachdem Commerzbank-Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann der Forderung des zweitgrößten Aktionärs nach zwei Sitzen im Aufsichtsrat schriftlich eine Absage erteilt hatte (vgl. BZ vom 16. Juni), kündigte Cerberus in einem weiteren Brief an, “alternative Wege” einzuschlagen, um die zur Überwindung der “anhaltenden Erfolglosigkeit der Commerzbank” notwendigen Veränderungen herbeizuführen. Offen blieb zunächst, um welche Wege es sich dabei handeln könnte.Den Vorwurf der Commerzbank, sich durch das aktivistische Auftreten ein Beratermandat erpressen zu wollen, wies die US-Gesellschaft zurück. Sie habe in ihrem Schreiben weder ein bezahltes Mandat für ihre Beratungstochter Cerberus Operations and Advisory Company (COAC) verlangt noch ein früheres Angebot dafür wiederholt. “Vor dem Hintergrund des derzeitigen Zustands der Commerzbank sehen wir es jedoch als unsere Pflicht als Aktionär der Bank und gegenüber unseren Investoren an, sämtliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um zur Verbesserung der prekären Situation der Bank beizutragen; das schließt auch den Zugang zu den erfahrenen Bankfachleuten der COAC ein”, heißt es in dem Schreiben weiter.Cerberus schloss sich der Feststellung Schmittmanns an, dass die Commerzbank schnell eine effektive Strategie erarbeiten und umsetzen muss, um wieder erfolgreich zu sein und ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung gerecht werden zu können. Ob dies dem derzeitigen Top-Management gelingen kann, bezweifelt Cerberus jedoch offenbar: “Im Verlauf unserer bisherigen Zeit als Aktionär hat die Commerzbank noch keine kohärente Strategie präsentiert und hat es versäumt, selbst ihre eigenen, immer weniger ehrgeizig werdenden Ziele zu erreichen.”