Commerzbank wächst bei Windkraft kontrolliert
Commerzbank wächst bei Windkraft kontrolliert
ste Hamburg – Die Commerzbank erwartet im Bereich der Windenergie in den nächsten zehn Jahren regionale und technologische Wachstumsverlagerungen von den westlichen Märkten in Schwellenländer sowie von Windkraftgewinnung an Land (onshore) zur Windkraftgewinnung auf See (offshore). An der Internationalisierung, die einhergehe mit einer fortschreitenden Konsolidierung in der Branche, wolle die Bank “auch stärker partizipieren”, erklärte Berthold Bonanni, neuer Leiter des Bereichs Energie der Commerzbank, in einem Pressegespräch.Dabei stellte die Bank klar, dass es nicht Ziel sei, um jeden Preis zu wachsen. Nach wie vor komme es auf “das richtige Risiko-Rendite-Profil” an. Der Zubau an erneuerbaren Energien schlage sich allgemein in den Margen nieder. Doch mit der Entwicklung des Geschäfts sei man bei der Commerzbank zufrieden, so Bonanni, der seit Anfang September Chef des in Hamburg angesiedelten Energiekompetenzzentrums ist. Die Rendite im Geschäft mit erneuerbaren Energien liege in dem Bereich, den sich die Bank zum Ziel setze.Mit einem Kreditvolumen von 4,9 Mrd. Euro in Projektfinanzierungen und 1,5 Mrd. Euro an Unternehmensfinanzierungen zählt sich die Commerzbank zu den führenden Finanzierern von erneuerbaren Energien in Deutschland. In ihrem Kernmarkt habe die Bank 15 bis 20 % der Windkapazität finanziert. Im Zuge der erwarteten Wachstumsverlagerung denkt die Bank darüber nach, außer in Hamburg und in New York Teams an anderen Standorten anzusiedeln. Das stehe zur Prüfung an, sagte Kevin Zander, Leiter des Unternehmenskundengeschäfts im Bereich erneuerbare Energien.Neben rund einem Dutzend Märkten in Europa begleitet die Commerzbank Projekte und Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA und in Kanada. Das Geschäft in Nordamerika, wo ein Projektkreditbestand von rund 500 Mill. Euro betreut wird, wolle man weiter ausbauen, so Bonanni. Im Projektgeschäft hat die Bank mögliche weitere Märkte wie Taiwan, Vietnam, Chile und Ägypten im Visier.Einer Erhebung anlässlich der in der kommenden Woche anstehenden Branchenmesse “Husum Wind” zufolge stellt die Commerzbank eine abnehmende Wachstumsdynamik fest, wobei der Zubau bei sinkenden Gestehungskosten nach wie vor hoch sei. Im vergangenen Jahr seien weltweit 242 Mrd. Dollar in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert worden, 22 % weniger als 2015. Der Zubau von Anlagen ließ die Gesamtkapazität um 13 % auf 136 Gigawatt steigen, nach durchschnittlich 22 % in den drei Jahren zuvor. Die Einführung von Ausschreibungen zur Bestimmung der Förderhöhe von erneuerbaren Energien habe in Deutschland zu sinkenden Vergütungen geführt. Auch sei das Zubaupotenzial niedriger. International sei weiter ein Anstieg der installierten Leistungen bei rückläufigen Investitionen zu beobachten. Die Kostendegression setze sich fort.