Debeka gewinnt Marktanteile
Debeka gewinnt Marktanteile
Die Debeka hat ihre Position als größter deutscher Krankenversicherer im vergangenen Jahr 2017 ausgebaut und deutlich Marktanteile hinzugewonnen. Für die zweitgrößte Sparte Lebensversicherung allerdings ist das Zinstief eine Herausforderung.ak Koblenz – Die Debeka ist im vergangenen Jahr vier Mal so stark gewachsen wie der Durchschnitt der Versicherungsbranche. Die Beitragseinnahmen überstiegen mit einem Plus von 6,4 % erstmals die Marke von 10 Mrd. Euro. Vorstandschef Uwe Laue zeigte sich zuversichtlich, damit auf Rang 5 unter den Versicherern in Deutschland vorgerückt und die Axa hinter sich gelassen zu haben. Er bezifferte den gestiegenen Marktanteil auf jetzt 5,3 %.Das starke Wachstum kam vor allem aus der größten Sparte Krankenversicherung, die ihre Einnahmen um 9,3 % steigerte. Dafür sorgten allerdings vor allem Beitragserhöhungen für die Versicherten, die im Durchschnitt 8,5 % in der Vollversicherung mehr zahlen mussten. Laue betonte, dass die Debeka zuvor fünf Jahre die Beiträge weitgehend konstant gehalten habe. Er beklagte die starren gesetzlichen Vorschriften, die zu Beitragssprüngen in größeren Abständen führten, und forderte von der neuen Bundesregierung eine Glättung und Regeln für stetigere, kleinere Beitragserhöhungen. Die Zahl der Vollversicherten beim Marktführer nahm gegen den Branchentrend (-19 000 marktweit) um per saldo 30 000 im vergangenen Jahr zu.In etwas schwierigerem Terrain bewegt sich die Lebensversicherung. Sie wuchs nach drei rückläufigen Jahren zwar wieder um knapp 2 %, doch das Zinstief hinterlässt immer tiefere Spuren. Für das vergangene Jahr musste die Debeka der Zinszusatzreserve (ZZR) – dem Puffer für die hohen Garantien früherer Jahre – wie im Jahr davor über 1 Mrd. Euro zuführen und dafür erstmals stille Reserven auflösen. Den ZZR-Bestand bezifferte Laue auf jetzt gut 4 Mrd. Euro. Er betonte, dass die Solvency-II-Quoten im zweiten Halbjahr 2017 über 100 % gelegen hätten. Die Debeka hatte bei der Veröffentlichung der Solvenzquoten im Mai vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, da sie ohne Übergangsmaßnahmen eine Solvenzquote von nur 87 % ausgewiesen hatte.Angesichts der Solvenzanforderungen hat die Debeka ihre Kapitalanlagestrategie noch etwas konservativer ausgerichtet als bisher. Der Lebensversicherer erziele aktuell in der Neuanlage deutlich unter 2 %, sagte der zuständige Vorstand Normann Pankratz.Schwierigkeiten hat die Debeka Pensionskasse, die nach den Worten von Pankratz viele Verträge mit einem Garantiezins von 3,25 % und der Rententafel von 1994 in ihrem Bestand hat. Für diese beiden Rechnungsgrundlagen müsse nachreserviert werden. Die Pensionskasse hat bereits ein Nachrangdarlehen der Schwester Debeka Allgemeine erhalten, wird aber laut Pankratz langfristig weitere Eigenmittel benötigen. Laue erteilte einer Abgabe an eine externe Run-off-Plattform – ein Plan, den die Axa für ihre Pensionskasse verfolgt, – eine Absage: “Wir versuchen aus eigener Kraft, die Pensionskasse nach vorne zu bringen.”Optimistisch schaut die Debeka in Sachen Betriebsrentenstärkungsgesetz in die Zukunft. Das Unternehmen hat sich mit vier weiteren Gegenseitigkeitsversicherern zusammengetan und das “Rentenwerk” gegründet. “Wir haben schon ein Produkt”, sagte Vorstandsmitglied Roland Weber. Der Prototyp für eine Direktversicherung stehe. Er werde dann jeweils an die Bedürfnisse des Kunden angepasst. Laue betonte, das Rentenwerk bleibe auch offen für andere Lösungen, falls die Sozialpartner das wünschten. Mit dem Rentenwerk wollen die genossenschaftlich organisierten Versicherer den großen Platzhirschen in der betrieblichen Altersvorsorge wie Allianz und Ergo Paroli bieten. Finanzbeteiligung OttonovaIn der Zukunft will sich die Debeka immer mehr als Gesundheitsdienstleister aufstellen und geht verstärkt Kooperationen ein. Die Beteiligung an dem digitalen Krankenversicherer Ottonova, an dem die Debeka 10 % erworben hat, bezeichnete Laue als reine Finanzbeteiligung, an der der Versicherer aber auch strategische Aspekte sehe und Erfahrungen sammeln wolle, um eigene Prozesse zu überdenken.Für das Jahr 2018 zeigte sich Laue insgesamt vorsichtig optimistisch: “Wir streben wiederum ein Wachstum in allen Sparten an.” Spätestens 2019 soll dann auch in der noch verhältnismäßig jungen Sparte Schaden- und Unfallversicherung die Beitragsmilliarde erreicht werden.