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Deutsche Bank beruft Postbank-Integrationskomitee

Von Bernd Neubacher, Frankfurt Börsen-Zeitung, 7.6.2017 Die Deutsche Bank hat ein Komitee zur Steuerung der Integration ihrer Tochter Deutsche Postbank berufen. Diesem Integration Steering Committee (Integration SteerCo) gehören neben...

Deutsche Bank beruft Postbank-Integrationskomitee

Von Bernd Neubacher, FrankfurtDie Deutsche Bank hat ein Komitee zur Steuerung der Integration ihrer Tochter Deutsche Postbank berufen. Diesem Integration Steering Committee (Integration SteerCo) gehören neben Deutsche-Bank-Privatkundenvorstand Christian Sewing und Frank Strauß, Postbank-Chef, Karl von Rohr, Chief Administration Officer des Konzerns, sowie “einige wenige weitere Kollegen” aus dem Privatkundengeschäft der Deutschen Bank sowie der Postbank an. Dies haben Sewing und Strauß in einer internen, der Börsen-Zeitung vorliegenden Mitteilung erklärt.”Weitere Mitglieder sind die gemeinsamen Programmleiter Markus Pertlwieser (Chief Digital Officer) und Britta Lehfeldt (Chief Administrative Officer PCC) von der Deutschen Bank sowie Zvezdana Seeger (Generalbevollmächtigte IT/Operations) und Achim Kuhn (Bereichsleiter Konzernentwicklung) seitens der Postbank”, heißt es weiter. Diese vier Kolleginnen und Kollegen übernähmen die Programmleitung von Jan Wohlschiess, der das Projekt bisher “sehr erfolgreich gemanagt” habe und “nach einer Übergangsphase eine neue Funktion übernehmen” werde. Das Integration SteerCo steuere die Planung und Umsetzung der Integrationsprojekte. Die darunterliegende Projektstruktur werde in verschiedene Workstreams aufgeteilt sein, die in den nächsten Wochen definiert würden, kündigen Sewing und Strauß an.Vor rund drei Monaten hatte die Deutsche Bank angekündigt, die Postbank entgegen bisheriger Planung einer Separation nun doch in den Konzern zu integrieren. Synergien sollen das Ergebnis des Geschäftsbereiches Privat- und Firmenkundenbank bis 2022 um 900 Mill. Euro verbessern. Dazu seien Restrukturierungs- und Abfindungskosten von rund 1 Mrd. Euro notwendig. Einen detaillierten Plan für den Zusammenschluss wollten beide Banken im Laufe des Jahres vorstellen, hieß es damals. In den vergangenen Wochen habe man gemeinsam in kleinen Teams intensiv die strategischen Grundannahmen überprüft, ist nun mitgeteilt worden. Darüber hinaus bestehe grundsätzlich Einigkeit darüber, “dass wir dauerhaft auf einer gemeinsamen, bereits heute bestehenden IT-Plattform arbeiten und mittelfristig eine Bereinigung der Gesellschaftsstrukturen vornehmen wollen”. Die bisherigen Entflechtungsprojekte “schauen wir uns jetzt noch einmal genau an und priorisieren deren Planung neu, um Dissynergien zu vermeiden”. Zudem werde man Digitalisierungsinitiativen bündeln, wo dies inhaltlich sinnvoll sei, zum Beispiel im Falle des gemeinsamen Engagements bei DIPP, einer europaweiten Initiative für die Schaffung eines einheitlichen Generalschlüssels für Online-Angebote. Strukturen bleiben vorerstIn einer ersten Phase der Integration sollen die in den beiden Einheiten existierenden Organisationsstrukturen “bis auf weiteres erhalten” bleiben, wie Sewing und Strauß erklären. Für die gemeinsame Governance werde es übergeordnete Executive Committees (ExCo) mit Managern von Postbank und dem Privatkundengeschäft der Deutschen Bank geben. Dabei trenne man klar zwischen den Strängen “Run-the-Bank” und “Change-the-Bank”, heißt es. Für die Steuerung des “Run-the-Bank”-Strangs gibt es demnach ein “PCB Business ExCo”, bestehend aus Sewing und Strauß, “den Leitern der Geschäftsbereiche sowie einigen wenigen ausgewählten Vertretern”. Dieses Gremium soll das operative Geschäft verantworten und sich um die Umsetzung der Strategie kümmern. Übergreifende ThemenDarüber hinaus wird ein “PCB ExCo” eingerichtet. Dieses Gremium setzt sich den Angaben nach zusammen aus den Kernmitgliedern des fürs Privatkundengeschäft der Deutschen Bank zuständigen Executive Committee, dem Vorstand der Postbank sowie “Vertretern wichtiger Infrastruktur- und Querschnittsfunktionen beider Häuser”. Diese Runde soll “die übergreifenden Themen” begleiten, für Informationsaustausch zu aktuellen Projekten und Entwicklungen sorgen und die Planerreichung nachhalten. Da beide Bereiche ab dem zweiten Quartal konsolidierte Finanzdaten vorlegten, finde ferner ab sofort “ein gemeinsames Performance Review Meeting” statt, um die Steuerung des neuen Unternehmensbereichs “zu koordinieren und zu optimieren”. Die Aufstellung der Committees zeige deutlich, “dass wir unsere Worte in die Tat umsetzen und unsere Zukunft gemeinsam entwickeln wollen”, so Sewing und Strauß. In den nächsten Monaten werde man das Geschäftsmodell und die dazugehörige Aufstellung weiter ausarbeiten.