Deutsche Bank lagert Ex-Vorstände Fitschen und Börsig aus
Deutsche Bank lagert Ex-Vorstände Fitschen und Börsig aus
Von Bernd Neubacher, FrankfurtDie Deutsche Bank platziert ihre letzten in den Frankfurter Doppeltürmen verbliebenen Ex-Vorstände aus: Jürgen Fitschen, bis Mai vergangenen Jahres Co-Vorstandschef, hat sein Büro in der Zentrale trotz noch laufenden Beratervertrags geräumt, wie ein Sprecher der Bank am Dienstag auf Anfrage bestätigt hat. Nach Informationen der Börsen-Zeitung ist der frühere Finanzvorstand sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig dort ebenfalls ausgezogen. Bruch mit der VergangenheitNach Jahren strategischer Wirren und horrender Strafzahlungen bemüht sich die Deutsche Bank um einen Neuanfang. Auf der Jahrespressekonferenz Anfang Februar hatte sich Chief Executive Officer John Cryan ausdrücklich für “das Fehlverhalten weniger” entschuldigt, die aus kurzfristigen Interessen die Reputation der Bank aufs Spiel gesetzt hätten. Wegen Zinsmanipulationen und anderer Verfehlungen hat die Bank milliardenschwere Rechtskosten produziert.Von den Vorstandsmitgliedern, mit denen 2012 die beiden Co-Chefs Fitschen und Anshu Jain angetreten waren, ist nur mehr Risikovorstand Stuart Lewis im Amt. Lewis, Fitschen und Jain zählen Finanzkreisen zufolge zu den elf früher amtierenden Vorstandsmitgliedern, die vor wenigen Tagen nach zähen Verhandlungen auf einen Teil ihrer noch ausstehenden Bonusansprüche verzichteten. Ein Zusammenhang des Umzugs mit dem Bonusverzicht besteht nicht, wie es im Institut heißt. Vielmehr seien etwa in Person von Finanzvorstand James von Moltke inzwischen neue Mitglieder ins elfköpfige Führungsgremium gekommen, denen Räumlichkeiten in der Zentrale bereitzustellen seien.Da im für ehemalige Vorstandsmitglieder reservierten Gebäude in der Frankfurter Guiollettstraße im Schatten der Doppeltürme, im Branchenjargon “Elefantenfriedhof” genannt, ebenfalls kein Platz ist, sind Fitschen und Börsig, wie zu erfahren ist, in die Niederlassung der Bank am Frankfurter Roßmarkt gezogen. Dort hat das Institut Teile seines örtlichen Firmenkundengeschäfts untergebracht. Der Umzug hätte schon früher stattfinden sollen, die Räume hätten aber zunächst hergerichtet werden müssen, heißt es. Die Frage, wo ehemalige Vorstände der Deutschen Bank ihr Büro haben, ist symbolisch aufgeladen. Denn bis 2007, als die Zentrale wegen einer grundlegenden Renovierung geräumt werden musste, hatten Ex-Führungskräfte in den oberen Etagen eines der beiden Doppeltürme ihren Sitz. Wie man sich in Frankfurt erzählt, war es Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig, der dafür sorgte, dass die Ex-Vorstände nach der Renovierung 2010 nicht wieder in die Türme einzogen, und zwar, um sich für Geringschätzung aus ihrem Kreis ihm gegenüber zu rächen.Ex-Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf Büroräume und -assistenz sowie den Fahrdienst des Instituts. Im Mai 2016 hatte die Bank erklärt, Fitschen werde nach Ende seiner Amtszeit als Co-Chef “auch künftig für die Bank im Einsatz sein”, “sein über Jahrzehnte aufgebautes Kundennetzwerk nutzen und die Bank im Kerngeschäft mit Unternehmenskunden unterstützen”.