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Didier Valet verlässt Société Générale

wü - Er war als einer der möglichen Nachfolger an der Spitze der Bank gehandelt worden. Eigentlich. Denn am Mittwochabend überraschte Société Générale mit der Ankündigung, dass Didier Valet die Gruppe verlasse. Der 50-Jährige habe seinen Rücktritt...

Didier Valet verlässt Société Générale

wü – Er war als einer der möglichen Nachfolger an der Spitze der Bank gehandelt worden. Eigentlich. Denn am Mittwochabend überraschte Société Générale mit der Ankündigung, dass Didier Valet die Gruppe verlasse. Der 50-Jährige habe seinen Rücktritt wegen Divergenzen bei der Herangehensweise bezüglich einer Rechtsangelegenheit aus der Zeit vor seiner Ernennung zum stellvertretenden Generaldirektor im Januar 2017 eingereicht, um das öffentliche Interesse der Bank zu schützen, teilte die Bank mit. Laut Medienberichten handelt es sich bei der Auseinandersetzung um Ermittlungen der US-Justiz im Zusammenhang mit der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor. Libor-Skandal wirft SchattenSociété-Générale-Chef Frédéric Oudéa, der nun vorübergehend die Aufgaben Valets übernimmt, hatte sich im November hoffnungsvoll gezeigt, in den kommenden Monaten zwei Streitfälle mit den US-Behörden beilegen zu können. Dabei geht es neben der mutmaßlichen Libor-Manipulation um Geschäfte mit dem libyschen Investmentfonds LIA. Die USA ermitteln gegen Société Générale auch wegen möglicher Embargoverletzungen. Die Bank hat insgesamt 2,32 Mrd. Euro für Rechtsfälle zur Seite gelegt. Sie will bald einen Nachfolger für Valet ernennen. Der Absolvent der Kaderschmiede Ecole Polytechnique und der Ecole Nationale de la Statistique et de l’Administration Economique (ENSAE) hatte seine Karriere als Analyst bei Banque Indosuez und Dresdner Kleinwort Benson begonnen. Im Jahr 2000 wechselte er zu Société Générale, wo er 2008 erst Finanzchef und 2012 dann Chef der Corporate- und Investment-Banking-Sparte wurde. Im vergangenen Jahr stieg er dann im Rahmen der Neuorganisation der Führung und der Struktur der Bank zum dritten Stellvertreter Oudéas neben Séverin Cabannes und Bernardo Sanchez Incera auf. Der Manager, der den Umbau der Investment-Banking-Sparte maßgeblich vorangetrieben hat, soll bei Mitarbeitern sehr beliebt gewesen sein.Nach seinem überraschenden Abgang geriet die Aktie von Société Générale am Donnerstag an der Börse von Paris unter Druck, so dass sie einen der größten Kursrückgänge innerhalb des CAC 40 verbuchte. Die US-Behörden haben den Rücktritt Valets gefordert, wie die Zeitung “Le Monde” berichtet. Sein Ausscheiden könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Libor-Rechtsstreit schwierig verlaufe, mutmaßen die Analysten von Kepler Cheuvreux. J.P. Morgan wiederum glaubt, dass der Rücktritt Valets die Beilegung der Streitfälle mit den US-Justizbehörden beschleunigen könnte.