WERTBERICHTIGT

Die Crux mit dem offenen Zugang

Börsen-Zeitung, 4.1.2018 Mit dem offenen Zugang für Clearing-Häuser zum Handel anderer Marktbetreiber ist eine der wichtigsten Veränderungen der Mifid-II-Verordnungen auf die lange Bank geschoben worden. Erst Mitte 2020 müssen Terminbörsen ihren...

Die Crux mit dem offenen Zugang

Mit dem offenen Zugang für Clearing-Häuser zum Handel anderer Marktbetreiber ist eine der wichtigsten Veränderungen der Mifid-II-Verordnungen auf die lange Bank geschoben worden. Erst Mitte 2020 müssen Terminbörsen ihren Teilnehmern erlauben, andere Clearing-Häuser als das eigene für das Clearing zu nutzen. Mit dem “open access” sollte der Markt dem offenen Wettbewerb geöffnet werden, u.a. mit dem Ziel, dass die Clearing-Entgelte sinken. Nur geht diese Rechnung leider nicht auf. Würden die Marktteilnehmer “fremde” Clearing-Häuser nutzen, würde sich das “open interest” künftig auf mehrere Marktbetreiber verteilen. Die Folge wäre eine reduzierte, weil zersplitterte Liquidität. Das würde wiederum zu einer Ausweitung von Geld-Brief-Spannen führen, wodurch sich der Handel verteuern und Einsparungen auf der Entgeltebene zumindest zu einem großen Teil aufgezehrt würden. Vor allem aber würden die Möglichkeiten der Marktteilnehmer, etwa Absicherungsgeschäfte zu tätigen, beeinträchtigt, was letztlich auch systemische Risiken mit sich bringen würde.ck