PERSONEN

Die Six und ihre acht Chefs

Von Daniel Zulauf, Zürich Börsen-Zeitung, 16.1.2018 Seit Anfang Januar steht Jos Dijsselhof auf der Kommandobrücke des Schweizer Börsen- und Finanzmarktinfrastukturbetreibers Six. Die mehr als 4 000 Mitarbeiter mussten lange auf die Neubesetzung...

Die Six und ihre acht Chefs

Von Daniel Zulauf, ZürichSeit Anfang Januar steht Jos Dijsselhof auf der Kommandobrücke des Schweizer Börsen- und Finanzmarktinfrastukturbetreibers Six. Die mehr als 4 000 Mitarbeiter mussten lange auf die Neubesetzung der Chefetage warten. Nachdem Jos Dijsselhofs Vorgänger Urs Rüegsegger bereits im Frühjahr 2016 seinen Rücktritt angekündigt hatte, wurde der 52-jährige Niederländer Anfang November den Angestellten und der Öffentlichkeit als neuer CEO präsentiert. Nun hat dieser endlich auch sein neues Leitungsteam benannt, mit dem die Six die geplante Transformation bewältigen will.Größere Überraschungen sind bei der Besetzung der Positionen der Konzernleitung allerdings ausgeblieben. Die wichtigste Veränderung betrifft die Informatik, den Schlüsselbereich der Six, der auch die meisten finanziellen Mittel bindet. Ein Wechsel in dieser Führungsposition war intern wie auch von etlichen externen Beobachtern erwartet worden. Der 57-jährige Schweizer Robert Bornträger leitet die Abteilung seit der Entstehung von Six im Jahr 2008. Zuvor war der Informatiker in ähnlicher Funktion für Telekurs tätig gewesen, einen der Vorgänger von Six, früheres Gemeinschaftsunternehmen der Banken im Zahlungsverkehr und der Wertpapierabwicklung. Bornträger steht für die alte Diversifikationsstrategie der Six, die auf der Entwicklung mehr oder weniger selbständig funktionierender Geschäftsbereiche basiert. Die neue Strategie zielt auf eine stärkere Verzahnung der von der Six angebotenen Infrastrukturdienstleistungen ab. Der Mann, der diese Aufgabe anpacken soll, ist nun überraschenderweise aber ein altbekanntes Gesicht in der Six. Der 58-jährige Christoph Landis ist seit 25 Jahren für das Unternehmen beziehungsweise für die Six Swiss Exchange tätig. In die Konzernleitung stieg er aber erst 2015 auf, als es die Lücke zu füllen galt, die der frühere Börsenchef Christian Katz hinterlassen hatte. Inzwischen ist er das dienstälteste Mitglied in der obersten Chefetage. Dijsselhof will erst in drei Monaten erstmals öffentlich auftreten, und dann wird er sicherlich erklären müssen, weshalb er den Umbau des Maschinenraums der Six nicht einer frischen Kraft mit anvertrauen wollte. Bornträger will seine Zurücksetzung offensichtlich nicht hinnehmen und verlässt die Firma im Februar. Hoffnung in Bezahl-AppMit dem ehemaligen UBS-Manager Marco Menotti erhält der Bereich Zahlungsverkehr einen Neuzugang. Er übernimmt die Verantwortung für den Interbankenzahlungsverkehr und den Betrieb der Geldautomaten sowie den kartenbasierten und mobilen Zahlungsverkehr. Menotti wird damit das neue Gesicht der Banken für “Twint”, die Bezahl-App, mit der sich die Banken und die Postfinance neue, branchenfremde Konkurrenten vom Leib zu halten hoffen. Neu in der Konzernleitung sitzt auch Risikochef Jochen Dürr, während der vom Industriekonzern Sulzer als Innovationschef zu Six gestoßene Daniel Dahinden in der obersten Führungsstufe zwar mitreden, aber noch nicht mitentscheiden kann. Thomas Zeeb, bisher verantwortlich für die Wertschriftenverwahrung und Abwicklung, übernimmt nun zusätzlich den Bereich Börsenhandel. Marc Schluep bleibt zuständig für das Zahlkartengeschäft, das die Six in einen größeren Verbund einbringen möchte. Und mit Daniel Schmucki (Finanzchef) und Robert Jeanbart (Financial Information) zählt die Konzernleitung nun acht statt wie bisher sieben Mitglieder.