Die Stimmung im BVI-Vorstand war schon mal besser
Die Stimmung im BVI-Vorstand war schon mal besser
Von Bernd Wittkowski, FrankfurtDer Vorstand des deutschen Fondsverbandes BVI ist wieder komplett. Das Gremium wurde auf der Mitgliederversammlung turnusgemäß für drei Jahre neu gewählt. Dabei wurden die acht bisherigen Vorstandsmitglieder sämtlich in ihren Ämtern bestätigt. Die neunte Position, die schon eine Weile vakant war, nimmt nun Carsten Schmeding ein, der seit März 2016 Vorstandsvorsitzender der Nord/LB Asset Management ist. Dirk Schuster, seit Juni 2016 Vorstandsmitglied der auf Sachwertinvestments spezialisierten Commerzbank-Tochter Commerz Real, schaffte es als zehnter Bewerber um einen der neun Posten nicht in den Verbandsvorstand.In dem Gremium dürfte die Stimmung angesichts des Hin und Her um die Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II und namentlich um die Frage, wer künftig die Researchkosten trägt, schon mal besser gewesen sein als in diesen Tagen. Aber der BVI ist bemüht, Konflikte nicht nach außen dringen zu lassen. An der Diskussion über die Researchkosten sei man auf Verbandsebene nicht beteiligt gewesen, heißt es.Das Oktett der Wiedergewählten bilden Tobias C. Pross, Mitglied der Geschäftsführung von Allianz Global Investors, der BVI-Präsident bleibt (dazu stand diesmal keine Wahl an), Georg Allendorf, Sprecher der Geschäftsführung der zur Deutschen Bank gehörenden Rreef Investment, Stefan Keitel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deka Investment, Holger Naumann, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Asset Management Investment Gesellschaft, Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender der Union Asset Management Holding, der Dachgesellschaft der genossenschaftlichen Fondsgruppe, Karl Stäcker, Sprecher der Geschäftsführung von Frankfurt-Trust (Oddo BHF-Gruppe), Evi C. Vogl, Sprecherin der Geschäftsführung von Pioneer Investments, und Bernd Vorbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Universal-Investment-Gesellschaft. BlackRock ist nicht dabeiNicht im BVI-Vorstand vertreten ist, anders als noch vor einigen Jahren mit Dirk Klee und später mit Thomas Groffmann, der weltgrößte Assetmanager BlackRock. Der bisherige Country Head Christian Staub soll an einem Vorstandsposten zunächst durchaus interessiert gewesen sein, seine Kandidatur dann aber unter Hinweis auf eine neue Aufgabe in seinem Unternehmen zurückgezogen haben. Staub leitet jetzt das Geschäft mit institutionellen Kunden in Kontinentaleuropa und ist weiter Country Head für die Schweiz. Ein neuer Deutschlandchef wird gesucht (vgl. BZ vom 29. Juli).Die Rolle von BlackRock in der Verbandspolitik ist freilich unabhängig von Personen nicht ganz unumstritten. Und das hat offenbar weniger mit einem “Kulturkampf” zwischen aktiven Fondsmanagern und Anbietern von Exchange Traded Funds (ETF) – wie BlackRock mit der Marke iShares – zu tun. Vielmehr geht es darum, dass sich der BVI außer als Interessenvertreter der Fondsbranche eindeutig auch als Förderer des Finanzstandorts Deutschland versteht. Ein klares Bekenntnis von BlackRock zum Platz Frankfurt wird aber erkennbar von einigen Mitgliedern vermisst.