DVAG fürchtet neue BaFin-Aufsicht
DVAG fürchtet neue BaFin-Aufsicht
jsc Frankfurt – Der Finanzvertrieb DVAG sieht wegen neuer Vorgaben für Finanzanlagenvermittler einer hohen Belastung entgegen: Die an das EU-Regelwerk Mifid II angelehnte Bestimmung, ab August dieses Jahres Telefongespräche mit entsprechenden Anlagen aufzuzeichnen, werde “erhebliche Investitionen” auslösen, schreibt die Firma im Geschäftsbericht für 2019. Darüber hinaus ist die geplante Aufsicht der BaFin, die nach Plänen der Bundesregierung die Kontrolle über die Vermittler von den Gewerbeämtern und Industrie- und Handelskammern übernehmen soll, aus Sicht der DVAG ebenfalls eine “gravierende” Vorgabe. Nicht nur die Kosten der neuen Aufsicht, sondern auch die damit verbundene Haftung der Vertriebsgesellschaft für die Beratung seien weitreichend. “Faktisch käme dies einem Haftungsdach des Unternehmens gleich.” Wie sich die Vorgaben auf das Geschäft auswirken, bleibe aber abzuwarten. Auch sei die geplante BaFin-Aufsicht noch nicht endgültig beschlossen. Derzeit regt sich etwa Widerstand in der Unionsfraktion des Bundestages. Vertrieb läuft wie geschmiertDer Finanzvertrieb lief für die Gesellschaft im vergangenen Jahr rund: Die Umsatzerlöse kletterten im Jahresvergleich auf 1,87 Mrd. Euro von zuvor 1,57 Mrd. Euro, das vermittelte Neugeschäft stieg in der wichtigsten Sparte der Lebensversicherungen um 11 % auf 16,6 Mrd. Euro. Darüber hinaus vermitteln die gut 17 000 hauptberuflichen Vermögensberater auch Baufinanzierungen (plus 12 % auf 3,4 Mrd. Euro) und Bausparverträge (plus 7 % auf 2,3 Mrd. Euro). Investmentfonds, die von den künftig stärker regulierten Finanzanlagenvermittlern verkauft werden, legten im Neugeschäft sogar um 26 % auf 2,7 Mrd. Euro zu. Getragen wurde der Vertrieb auch von den rund 2 700 ehemaligen Vermittlern des Versicherers Generali, die Mitte 2018 zur DVAG wechselten. Eine Vertriebspartnerschaft mit der Generali, die auch Minderheitseigentümerin der DVAG ist, ist Folge der Vereinbarung. Im Fondsgeschäft kooperiert die Gesellschaft wiederum eng mit der DWS.Weil der Aufwand für Beratung und Vermittlung – also Vertriebsprovisionen – auf 1,36 Mrd. Euro nach zuvor 1,17 Mrd. Euro anschwoll und sich weitere Positionen zu Ungunsten des Unternehmens entwickelten, blieb mit 204 Mill. Euro unterm Strich ein Konzernüberschuss etwa auf Niveau des Vorjahres stehen.