DZ Hyp hält Neugeschäftsziel nicht mehr für erreichbar

Studie: Pandemie beendet Immobilienmarkt-Boom

DZ Hyp hält Neugeschäftsziel nicht mehr für erreichbar

ste Hamburg – Nach einem im vorigen Jahr auf den neuen Höchstwert von 12,2 (i.V. 11,0) Mrd. Euro gestiegenen Neugeschäftsvolumen in der Immobilienfinanzierung hat sich die DZ Hyp infolge der Coronakrise von ihren Neugeschäftszielen für 2020 verabschiedet. Bereits in dem Ende März erschienenen Jahresbericht 2019 hatte die zum Genossenschaftssektor gehörende Immobilienbank die Vorgabe von Neugeschäftsabschlüssen von rund 10 Mrd. Euro bei voraussichtlich leicht steigenden Margen bereits zurückgenommen. Negative Auswirkungen auf das Zinsergebnis im Zuge der Coronakrise seien nicht auszuschließen, Zunahmen bei Risikovorsorge und stillen Lasten zu erwarten.Seither haben sich die skeptischen Einschätzungen zur Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes verfestigt. So geht etwa die mit mehr als 96 % an der DZ Hyp beteiligte DZ Bank davon aus, dass mit der Pandemie der rund zehn Jahre andauernde Boom in dem Sektor zu Ende gehen wird, und leitet aus den gestiegenen Immobilienpreisen ein “nicht unerhebliches Rückschlagspotenzial” ab. Die weiterhin niedrigen Zinsen dürften die Crash-Gefahr allerdings mindern, heißt es in einer Marktstudie des Instituts. Bleibe es bei einer kurzen Rezession mit einer anschließenden kräftigen Erholung, dürfte der Immobilienmarkt mit einem “blauen Auge” davonkommen. Der Immobilienkauf dürfte insgesamt attraktiv bleiben, die Investorennachfrage sollte sich trotz schlechterer Vermietungsperspektiven stabilisieren.Mit Blick auf die DZ Hyp schreibt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer aktuellen Analyse, die Coronakrise werde sich infolge eines Konjunktureinbruchs auch auf dieses Institut auswirken, das mit einer Bilanzsumme von gut 79 Mrd. Euro und einem ausstehenden Pfandbriefvolumen von mehr als 40 Mrd. Euro zu den größten Immobilien- und Pfandbriefbanken in Deutschland gehört. Positiv sei aber die Konzentration im Hypothekenportfolio auf wohnwirtschaftliche Finanzierungen zu werten, die weniger stark betroffen sein sollten als etwa das Hotel- oder Einzelhandelssegment. Zudem sei die DZ Hyp gestärkt aus der 2018 vollzogenen Fusion der Hypothekenfinanzierer DG Hyp und WL Bank hervorgegangen. Erste Synergieeffekte sollten sich schnell einstellen, so die LBBW, die zudem die enge Einbindung der DZ Hyp in den Genossenschaftssektor und die starke Unterstützung durch die DZ Bank hervorhebt.