EZB will stärkere Harmonisierung
EZB will stärkere Harmonisierung
dm Frankfurt – Die Europäische Zentralbank (EZB) will mehr Volumen auf die europäische Abwicklungsplattform T2S ziehen. Zudem prüft sie die Einführung eines europäischen Issuance Service, der einen “hochliquiden” Marktzugang für Emittenten und Investoren schaffen soll. Dies sagt Marc Bayle, Leiter der Generaldirektion Marktinfrastrukturen und Zahlungsverkehr der EZB, im Interview der Börsen-Zeitung.So gebe es den internationalen Markt, der von den internationalen Zentralverwahrern Euroclear Bank und Clearstream Banking Luxemburg abgedeckt werde. “Transaktionen auf diesen Plattformen, die in Geschäftsbankengeld abgewickelt werden, könnten auf T2S in Zentralbankengeld abgewickelt werden”, so Bayle. Gerade für Geldmarkt- und Repo-Geschäfte sei eine Abwicklung in Zentralbankgeld von Vorteil, so Bayle. Der EZB-Manager stellt auch eine Anbindung weiterer Märkte in Aussicht. “Wir sind offen für Gespräche, denn T2S kann problemlos eine Vielzahl von Währungen unterstützen – wobei wir hier immer von Zentralbankgeld sprechen.”Voraussetzung sei, dass die Interessenten die rechtlichen Vorgaben der EU erfüllen. Über T2S könne die Attraktivität von Europa für die außereuropäischen Finanzmärkte gesteigert werden. Der Druck steige, einen wirklich integrierten Finanzmarkt zu schaffen. Bayle weist in diesem Zusammenhang auf ein Fehlen harmonisierter Gesetzgebung hin. “Wir werden alles tun, was wir können, um verbleibende Hürden abzubauen. Es geht aber nicht nur um Steueraspekte, sondern auch um rechtliche Fragen. Beides ist anerkanntermaßen schwierig.”Ein zusätzlicher Anreiz zu T2S könnte die Einführung eines europäischen Issuance Service werden, also um einen Dienst als Registrierungs- und Verwahrstelle für spezielle hochqualitative Sicherheiten. Dieser könne helfen, Wertpapiere in einen großen Markt zu verteilen, zum Vorteil der Emittenten, insbesondere für supranationale Emittenten wie den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM oder die EZB selbst. Die Zentralbank prüfe mit den Zentralverwahrern, ob diese Idee sinnvoll sei.—– Interview Seite 4