"Fintechs wollen doch etwas von uns"
"Fintechs wollen doch etwas von uns"
amb Frankfurt – Die Frankfurter Sparkasse macht sich fit für das digitale Zeitalter. “Die Herausforderungen, vor denen unser Institut steht, kann man sich als Fünfkampf vorstellen. Die Digitalisierung ist dabei eine der fünf Disziplinen”, erklärte der Vorstandsvorsitzende Robert Restani auf dem 15. Internationaler Retail-Bankentag von Börsen-Zeitung und Diebold Nixdorf. So setze die Sparkasse auf die Digitalisierung des Vertriebs, online und mobil, auf Training der Beschäftigten, Vorträge über Zukunftsthemen, “Digitalisierung-Checks” und ein “Reverse Mentoring”, bei dem Angestellte der “Generation Y” Kollegen der älteren Generation schulten.”Die Zukunft ist ganz klar Multi-Channel”, sagte Restani. Daher sei die Sparkasse auch in sozialen Medien wie Facebook unterwegs, am Wochenende antworte er mitunter selbst auf Fragen. Angst vor Fintechs zeigt der Vorstandschef, der nach Stationen bei der Deutschen Bank, der Taunus Sparkasse, der WestLB und der Sparkasse Hanau seit 2015 die Frankfurter Sparkasse anführt, nicht. “Die wollen doch etwas von uns. Wir haben die Kunden.”Das Institut arbeite rege mit Fintechs zusammen, etwa mit der Online-Plattform Vaamo. Zudem hat die Sparkasse im Frankfurter “Tech Quartier”, einem vom hessischen Wirtschaftsministerium und Finanzinstituten getragenen Zentrum, ein Büro mit zwei Mitarbeitern eingerichtet, die an das Vorstandsteam um Restani angebunden sind. Hier sollen Konzepte für den Zahlungsverkehr, die Kundenbetreuung oder die Kontoführung entwickelt werden. Von Mensch zu MenschRestani zufolge muss die Sparkasse eine Art Reiseführer sein, der die Menschen lotst. “Dabei bleibt trotz aller Digitalisierung der Kontakt von Mensch zu Mensch enorm wichtig.” In vielen Bereichen, etwa bei Baufinanzierungen, bleibe das Gespräch unentbehrlich. In Sachen Vertrauen sieht er Regionalinstitute im Vorteil: “Wir können Vertrauen erlebbar machen.” Noch nicht fest stehe, wie genau eine digitale Bank der Zukunft Geld verdienen werde. Restani bedauerte, dass sich die Honorarberatung bislang nicht durchgesetzt hat. Das “Kernprodukt” Girokonto werde künftig vermutlich höher bepreist.Als weitere Herausforderungen im Fünfkampf bezeichnete Restani die Regulierung, die immer mehr Kosten verursache und Mitarbeiter binde, das Nullzinsumfeld, den Wettbewerb in Frankfurt und letztlich das “Mitnehmen” der Mitarbeiter. Um sich behaupten zu können, müssten allerdings die Kosten sinken. Im Rahmen des “Speed”-Programms (“Sparkasse einfach und erfolgreich denken”) seien bereits 2016 Sachkosten in Höhe von 8 Mill. Euro eingespart und 100 Stellen durch Fluktuation abgebaut worden. Weitere 100 sollen bis Jahresende folgen.