Geldwäscheregulierer FATF warnt vor Kriminellen
Geldwäscheregulierer FATF warnt vor Kriminellen
Von Tobias Fischer, FrankfurtDie Financial Action Task Force (FATF), der globale Regulierer im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, warnt vor Kriminellen und Terroristen, die in der Coronakrise versuchen könnten, Lücken und Schwächen in den nationalen Systemen zur Geldwäschebekämpfung auszunutzen. Sie rief Finanzinstitute und Unternehmen dazu auf, besonders wachsam zu sein, da Täter davon ausgingen, dass Ressourcen wegen Corona auf andere Bereiche konzentriert würden. Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden sollten damit fortfahren, Informationen mit Banken auszutauschen, um die wichtigsten Risiken zu priorisieren und anzugehen.Angesichts der weltweit zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus verhängten sozialen Beschränkungen und der Risiken, die das persönliche Bankgeschäft für Menschen mit sich brächten, brach die FATF eine Lanze für den Einsatz von Finanztechnologien. “Die Verwendung von digitalen/kontaktlosen Zahlungen und digitalem Onboarding verringert das Risiko der Verbreitung des Virus.” Werben für FintechsDie FATF fördere den Einsatz von Technologie, einschließlich Fintech, Regtech und Suptech, “im größtmöglichen Umfang”, heißt es weiter. Institute ermuntert die Task Force ausdrücklich, nach den FATF-Standards mögliche erleichterte Prüfungen von Neukunden vorzunehmen, wenn sie zu der Einschätzung kommen, dass dies gerechtfertigt ist und es ihnen helfen kann, die Krisensituation zu meistern. “Die FATF ermutigt Länder und Finanzdienstleister, den angemessenen Einsatz von vereinfachten Maßnahmen zu prüfen, um die Bereitstellung von staatlichen Leistungen als Reaktion auf die Pandemie zu erleichtern.” Wichtig sei auch, die Arbeit gemeinnütziger Nichtregierungsorganisationen, die beispielsweise in der Gesundheitsförderung und Bekämpfung von Corona eine Rolle spielten, nicht unnötig zu verzögern oder zu stören bzw. sie zu entmutigen, wie es heißt.Die regelmäßigen Überprüfungen der nationalen Antigeldwäschesysteme, so auch in Deutschland in diesem Jahr, stellen die Regulierer derzeit auf den Prüfstand. Die Bundesrepublik unterzieht sich der ersten Prüfung durch den Standardsetzer seit zehn Jahren (vgl. BZ vom 19.12. 2019). Diese umfasst den Finanz- wie den Nichtfinanzsektor. “Die FATF beobachtet die Situation genau und könnte erforderlichenfalls beschließen, die Zeitpläne zu ändern, um auf die Krise zu reagieren. “Zurzeit entsprechen die Zeitpläne für die Evaluierung den in unserem Kalender angegebenen”, sagte ein Sprecher der in Paris ansässigen Institution auf Anfrage. BaFin setzt Vorbereitung fortDie deutsche Finanzaufsicht BaFin, die sich seit geraumer Zeit intensiv auf die Prüfung vorbereitet, werde dies auch weiterhin intensiv in Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium tun, erklärte sie. Die Vorbereitungen der BaFin seien auch in der Coronakrise nicht beeinträchtigt, da die BaFin auch mit den Mitarbeitern im Homeoffice gegenwärtig voll funktionsfähig sei, erklärte ein Sprecher.