Generali Deutschland gibt Leben-Geschäft auf
Generali Deutschland gibt Leben-Geschäft auf
sck München – Italiens größter Erstversicherungskonzern Generali stellt seine Aktivitäten in Deutschland neu auf. Unter dem Druck niedriger Zinsen stößt die Konzerntochter Generali Deutschland ihr Lebensversicherungsgeschäft ab. Die bisherige Generali Leben stellt im ersten Quartal 2018 ihr Neugeschäft ein (Run-off). Das Management versucht, die rund 4 Millionen Lebensversicherungsverträge im Bestand an einen Abwickler zu verkaufen. Das kündigte der Vorstandschef von Generali Deutschland, Giovanni Liverani, an.Der beschlossene Umbau sei ein Element der Transformation des gesamten Konzerns, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Liverani wollte keine Zahlen nennen, wie viele Mitarbeiter diese Restrukturierung betrifft. Seinen Worten zufolge beschäftigt Generali konzernweit im Innendienst rund 10 000 Personen. Mit dieser Maßnahme erhöhe die Gruppe ihre Solvabilitätsquote um 1,7 Prozentpunkte, so Generali.In den vergangenen Monaten wurde bereits spekuliert, dass Generali Deutschland ihr Lebensversicherungsgeschäft an einen professionellen Abwickler veräußern könnte. Einen Käufer hat die Konzernführung aber bislang noch nicht gefunden. Auch der Wettbewerber Ergo sucht dem Vernehmen nach einen Abnehmer für die Altbestände der Ergo Leben und der Victoria Leben (vgl. BZ vom 28. September). Außendienst zieht zur DVAGZugleich gliedert Generali Deutschland ihren Außendienst in den größten deutschen Finanzvermittler DVAG ein, an dem die Italiener 40 % halten. 2 800 Generali-Vertreter wechseln damit zur DVAG.Die Schadenversicherer in Aachen und München (AachenMünchener) und die Krankenversicherungseinheit Central werden umbenannt und arbeiten künftig unter der Marke Generali. Die Internet-Tochter Cosmos Direkt soll ausgebaut werden und verstärkt Sach- und Krankenversicherungen anbieten. Die Konzerntochter Dialog bleibt unabhängigen Versicherungsmaklern vorbehalten.Generali Leben war das größte Sorgenkind von Generali in Deutschland. Der italienische Mutterkonzern ist dabei, sich neu zu ordnen. Nach jüngsten Daten hat Generali in Deutschland zuletzt deutlich Marktanteile verloren, konnte sich aber noch auf Patz 2 halten (vgl. BZ vom 15. September).