Grenke schlägt höhere Ausschüttung vor

Prognose wegen neuer Bilanzierung unter Vorjahr

Grenke schlägt höhere Ausschüttung vor

igo Stuttgart – Der Finanzdienstleister Grenke hat seinen Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr eine um 21 % höhere Dividende von 0,70 Cent je Aktie vorgeschlagen. Das Plus entspricht dem Gewinnwachstum des auf Leasing und Factoring spezialisierten Konzerns. Getrieben von einem profitablen Neugeschäft in den vorherigen Quartalen in beiden Kernsparten und von dem Niedrigzinsumfeld, kletterte das operative Ergebnis um 18,2 % auf 161,3 Mill. Euro. Der Konzerngewinn stieg um 21,1 % auf 125 Mill. Euro. Davon entfallen 121 Mill. Euro auf die Aktionäre und knapp 4 Mill. Euro auf die Hybridkapitalgeber. Damit übertraf Grenke, wie am Markt erwartet, ihre zum Halbjahr erhöhte Prognose.Im laufenden Jahr, in dem im März IT-Vorstand Antje Leminsky den Vorstandsvorsitz von Wolfgang Grenke übernimmt (vgl. BZ vom 3. Februar), will der Konzern das Ergebnis weiter steigern. Durch den seit Jahresbeginn geltenden neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 9 liegt das Gewinnziel jedoch unter dem Wert von 2017. Während bisher nur tatsächlich eingetretene Verluste bilanziert werden mussten, müssen Prognosen nun auch erwartete Verluste enthalten, bei Grenke insbesondere aus Leasingforderungen.Unter Anwendung des neuen Standards rechnet Finanzvorstand Sebastian Hirsch mit einem Konzerngewinn von 123 Mill. bis 131 Mill. Euro. Ohne IFRS 9 entspräche dies 145 Mill. bis 153 Mill. Euro, so Hirsch, der betonte, dass die Umstellung “keinerlei Auswirkungen auf unsere Deckungsbeiträge oder den Embedded Value hat”. Die Gesamtprofitabilität des Konzerns sowie die ökonomische Wertschöpfung des Geschäftsmodells blieben davon “vollständig unberührt”, so Hirsch.