Größte Ost-Sparkasse spürt schwieriges Zinsumfeld

Ergebnis der Mittelbrandenburgischen Sparkasse steht unter Druck - Keine Kooperation mit Raisin geplant

Größte Ost-Sparkasse spürt schwieriges Zinsumfeld

sp Potsdam – Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), mit einer Bilanzsumme von mehr als 14 Mrd. Euro die Nummer 7 im deutschlandweiten Ranking der Finanzgruppe, hat im vergangenen Jahr dem anhaltend schwierigen Umfeld Tribut gezollt und rechnet auch im laufenden Geschäftsjahr mit Gegenwind. “Man muss konstatieren, dass die Rahmenbedingungen auch an uns nicht vorbeigehen”, sagte Vorstandschef Andreas Schulz mit Blick auf die anhaltenden Negativzinsen.Das Betriebsergebnis der größten Sparkasse in Ostdeutschland sank um knapp 6 % auf rund 162 Mill. Euro und dürfte auch im laufenden Turnus zurückgehen, erklärte Schulz in Potsdam. Einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag trug zum Betriebsergebnis das Geschäft der Tochter Weberbank bei, die im Heimatmarkt Berlin in der Vermögensverwaltung erfolgreich ist und die Assets under Management mit Unterstützung der Börsen um ein Zehntel auf 6,4 Mrd. Euro steigerte. Unter dem Strich steht bei der MBS ein um zwei Fünftel geringerer Überschuss als im Vorjahr.Das Ergebnis verdiene sich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen “das Prädikat sehr zufriedenstellend” und sei auch innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ein “sehr ordentlicher Wert”, sagte Schulz. Seine Getränkewahl im Rahmen der Jahrespressekonferenz erklärte er trotzdem damit, dass er “bei diesem Zinsüberschuss” Wasser trinken müsse. Mit knapp 235 Mill. Euro verzeichnete die Bank hier einen Rückgang um rund 10 Mill. Euro oder knapp 4 %. Das Provisionsgeschäft, das mit knapp 79 Mill. Euro einen gut 2 % höheren Überschuss als 2018 beisteuerte, konnte den Druck auf das Zinsgeschäft nicht kompensieren, und auch auf der Kostenseite gab es keine Entlastung. Der Aufwand kletterte um 3 % auf rund 158 Mill. Euro, wobei die Bank neben gestiegenem Personalaufwand auch höhere Aufwände zum Beispiel für neue digitale Zugangsmöglichkeiten und Produkte sowie für die Ausweitung von Serviceleistungen verzeichnete, die zusammen mit knapp 6 Mill. Euro zu Buche schlugen.Gestiegen sind auch die Strafzinsen, die die MBS an die Europäische Zentralbank in Frankfurt überweisen muss. Sie haben im vergangenen Jahr knapp 4 Mill. Euro ausgemacht. Eine Weitergabe dieser Kosten an Privatkunden, etwa in Form von Verwahrentgelten, schließt Schulz dennoch aus. “Unsere Planungen für die nächsten fünf Jahre sehen kein Verwahrentgelt vor, und ich fühle mich sehr wohl mit den Planungen.” Sollten andere Institute allerdings entsprechende Pläne umsetzen, die zu Ausweichbewegungen von Kunden führten könnten, werde auch die MBS das Thema neu bewerten. Man bewege sich damit aber im Konjunktiv, stellte Schulz klar. “Wir planen das nicht.” Ebenso wenig geplant hat die MBS bislang eine Kooperation mit dem Fintech Raisin (Weltsparen.de), das vor wenigen Wochen die Sparkasse Vorpommern als erste Partnerbank aus der Finanzgruppe vorgestellt hat.