Haftung geklärt für HSH Nordbank
Haftung geklärt für HSH Nordbank
Reuters Frankfurt – In den Streit um die Aufnahme der HSH Nordbank in den Haftungsverbund der Privatbanken ist am Dienstag Bewegung gekommen. Im Sparkassenlager wachse die Bereitschaft, ein Jahr länger die Einlagensicherung für die HSH Nordbank zu übernehmen, sagte eine mit den Diskussionen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Lösung bei dem Streitthema ist eine wichtige Voraussetzung, damit der Verkauf der HSH an ein Konsortium um die Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers abgeschlossen werden kann.Wegen der Privatisierung muss die HSH die Institutssicherung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) eigentlich nach zwei Jahren verlassen. Sie soll in den Haftungsverbund des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) wechseln. Das Problem: Bei der Einlagensicherung des BdB haben neue Mitglieder in den ersten drei Jahren nur einen begrenzten Schutz von 250 000 Euro je Anleger. Experten halten dies für unzureichend. Im Sparkassenlager würden die Risiken durch die längere Mitgliedschaft der HSH in der Institutssicherung als überschaubar eingeschätzt, sagte der Insider. Die Bank sei saniert, die neuen Eigentümer hätten ein Interesse daran, den Wert des Instituts zu steigern.Der DSGV wollte sich auf Anfrage zum Übergangsjahr nicht äußern. “Wir haben die bisherigen Schritte hin zu einem erfolgreichen Verkauf der HSH Nordbank konstruktiv begleitet. Diese Haltung werden wir beibehalten”, sagte ein DSGV-Sprecher lediglich. Ein BdB-Sprecher sagte, auch nach einer Lösung für das Übergangsjahr gebe es noch viele offene Fragen. Die Europäische Kommission hatte die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein dazu verpflichtet, die Bank bis Ende Februar 2018 zu verkaufen. Inzwischen ist die erste Privatisierung einer deutschen Landesbank fast perfekt.