Hannover Rück steckt Kosten für Großschäden weg

Versicherer bekräftigt Milliarden-Gewinnziel

Hannover Rück steckt Kosten für Großschäden weg

Reuters Frankfurt – Höhere Großschäden und eine teure Gesetzesänderung in Großbritannien bringen die Hannover Rück nicht von ihrem Weg zu einem Milliardengewinn ab. Der Nettogewinn des weltweit drittgrößten Rückversicherers lag mit 265 Mill. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 271 Mill. Euro, traf aber fast punktgenau die Erwartungen von Analysten. Damit “haben wir eine gute Voraussetzung geschaffen, unsere gesteckten Ziele zu erreichen”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Mittwoch in Hannover. Dabei steckte die Talanx-Tochter auch die Tatsache weg, dass sie im ersten Quartal für Naturkatastrophen und andere Großschäden mit 134 Mill. Euro mehr als doppelt so viel Geld ausgeben musste wie ein Jahr zuvor. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie gab um 1 % nach.Den größten Schaden verursachte mit 50 Mill. Euro der Zyklon “Debbie”, der Ende März in Australien und Neuseeland zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt hatte. Auch die höheren Zahlungen, die nach einer Gesetzesänderung seit März in Großbritannien auf die Versicherer bei Haftpflicht-Personenschäden – etwa nach Autounfällen – zukommen, steckte der Rückversicherer gut weg. 126 Mill. Euro hat Hannover Rück dafür im ersten Quartal zurückgestellt. Die dafür gebildeten Reserven dürften auch weiterhin ausreichen, um die Zusatzbelastungen wettzumachen, sagte Finanzchef Roland Vogel.Trotz des Preisdrucks steigerte Hannover Rück die gebuchten Bruttoprämien in den ersten drei Monaten um 6,6 % auf 4,5 Mrd. Euro. In der Schaden-Rückversicherung legten sie sogar um 12,5 % zu, weil viele Erstversicherer ihre Solvenzquoten aufbessern wollen und die Nachfrage nach Cyber-Versicherungen gegen Computerkriminalität steigt.Der Wettbewerb in der Branche lasse aber nur langsam nach, “auch wenn in einigen Ländern eine Bodenbildung erkennbar ist”, sagte Vogel. Das habe sich auch in der Erneuerungsrunde gezeigt, in der die Rückversicherer die Verträge – vor allem in Japan – neu verhandelten, die zum 1. April ausliefen.