Helaba korrigiert ihre Erwartungen nach oben
Helaba korrigiert ihre Erwartungen nach oben
Heftige Ausschläge in einzelnen Positionen weist die Erfolgsrechnung der Helaba auf. Beim Gewinn vor Steuern blieb der Rückgang nach neun Monaten mit knapp 9 % im Rahmen. Erneut liegt die Ergebnisentwicklung über Plan – für Finanzvorstand Detlef Hosemann ein Zeichen von Stabilität und Kontinuität.ski Frankfurt – “Die Zahlen aus den ersten drei Quartalen bestätigen unsere Prognose für 2017, wonach wir auf Jahressicht mit einem Ergebnisrückgang rechnen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung sind wir zuversichtlich, das in der Jahresplanung festgelegte Ziel übertreffen zu können.” So kommentiert der Vorstandsvorsitzende Herbert Hans Grüntker die Neunmonatszahlen der Helaba. Er hatte für 2017 insgesamt erneut einen “spürbaren” Ergebnisrückgang prophezeit, was sich schon im Vorjahr als übertriebene Skepsis herausstellte. Die liegt im Bankgeschäft natürlich aus guten Gründen näher als eine euphorische Einschätzung. Rückstand wird kleinerKonkret: Ende September stand bei der Landesbank ein Ergebnis vor Steuern von 381 Mill. Euro zu Buche, entsprechend einem Minus von 8,6 % im Vorjahresvergleich. Zur Jahresmitte hatte der Rückstand auf 2016 noch 15 % ausgemacht, im ersten Quartal waren es gar 46 % gewesen. Über die günstige Entwicklung freut sich der Vorstand nach den Worten Grüntkers umso mehr, “da die Rahmenbedingungen für unser Geschäft durch die aktuelle Zinspolitik sowie hohe regulatorische Anforderungen unverändert anspruchsvoll sind und bleiben werden”.Finanzchef Detlef Hosemann zeigte sich in einer Telefonkonferenz mit dem “gut behaupteten” Ergebnis zufrieden und betonte seinerseits, dass es in einem sehr schwierigen Umfeld erwirtschaftet worden sei.Was unterm Strich halbwegs stabil aussieht, überdeckt indes eine für die Helaba fast schon übliche Volatilität in einzelnen Positionen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV), nicht zuletzt aufgrund von marktgetriebenen Schwankungen im Handelsergebnis und in der Bewertung von Derivaten. Im aktuellen Zahlenwerk zum Beispiel stehen positiven Veränderungen von in Summe 281 Mill. Euro negative Ausschläge von 317 Mill. Euro gegenüber, was letztlich zu dem überschaubaren Ergebnisrückgang von 36 Mill. Euro führt.Die größten Brocken waren einerseits eine Entlastung der Kreditrisikovorsorge um 121 Mill. Euro und ein um 148 Mill. Euro erhöhtes, somit annähernd verdreifachtes, laut Hosemann aber “etwas überzeichnetes” Handelsergebnis. Was die Risikovorsorge angeht, verwies der Finanzchef auf die hohe Portfolioqualität und die 2016 umfassend gebildeten Wertberichtigungen auf Schiffsfinanzierungen. Die Quote des Non-Performing Exposure sei von 1,7 % Ende 2016 weiter auf 0,9 % gesunken. Durch Zinsumfeld belastetBelastend wirkten andererseits der fast 11-prozentige Rückgang des Zinsüberschusses – da fehlen im Vergleich zum Vorjahr absolut gesehen 98 Mill. Euro -, das um 150 Mill. Euro weit ins Negative gedrehte Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen/Derivaten und der um 49 Mill. Euro erhöhte Verwaltungsaufwand. Mit Blick auf das happige Minus im Zinsergebnis verweist die Zentralbank der Sparkassen in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg auf die Zins- und Ankaufpolitik der EZB. Das Zinsumfeld überlagerte das gute Kundengeschäft, in dem das Abschlussvolumen mittel- und langfristiger Neukredite auf 13,2 (i.V. 12,5) Mrd. Euro zulegte. Dem standen überplanmäßige Tilgungen und Währungseffekte gegenüber, so dass die Kundenforderungen auf 91 (Ende 2016: 93) Mrd. Euro sanken. Zum Rückgang des Zinsergebnisses trugen auch niedrigere Durchschnittsmargen aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks bei.Was die Effekte aus bestimmten Derivatebewertungen angeht, die häufig das Ergebnis verzerren oder es zumindest stark erklärungsbedürftig machen, stellte Hosemann Besserung in Aussicht: wenn nämlich bald der Rechnungslegungsstandard IFRS 9 greift und diese Veränderungen nicht mehr durch die GuV laufen, sondern im Eigenkapital abgebildet werden.Die Cost-Income-Ratio hat sich im Vorjahresvergleich verschlechtert und liegt nun leicht oberhalb des Zielwerts für 2017 von 70 %. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern hingegen bewegt sich mit 6,5 % im Zielkorridor von 5 bis 7 %.Hauptergebnisträger war mit 294 (279) Mill. Euro erneut die Immobiliensparte. Das Segment konnte per saldo Risikovorsorge von 4 Mill. Euro auflösen. Corporate Finance schaffte mit + 73 (-20) Mill. Euro die Ergebniswende. Bei der Tochter Frankfurter Sparkasse, die in ihrer Geschäftsausrichtung besonders unter dem Zinsumfeld leidet, sank das Ergebnis auf 83,6 (95) Mill. Euro. Für die Landesbausparkasse (LBS) bedeutet die Bildung einer Restrukturierungsrückstellung von 11 Mill. Euro einen Schlag ins Kontor.