Helaba sieht sich in einer Position der Stärke

Gute Eigenkapitalausstattung ermöglicht Wachstumsinitiativen - Ergebnis 2017 nicht so deutlich gesunken wie erwartet

Helaba sieht sich in einer Position der Stärke

ski Frankfurt – Die Helaba ist dank eines erfolgreichen Neugeschäfts mit höheren Margen besser durch das Jahr 2017 gekommen als von ihr selbst erwartet. Erwirtschaftet wurde ein Vorsteuerergebnis von 447 Mill. Euro, 102 Mill. Euro weniger als im Vorjahr. Und dies trotz erheblicher Einbußen im Zinsüberschuss und negativer Sondereffekte, die allein insgesamt rund 100 Mill. Euro ausmachten. Andererseits kam der Landesbank ihre laut Vorstandschef Herbert Hans Grüntker “weiterhin entspannte” Risikolage entgegen. Es konnte sogar per saldo Vorsorge von 56 Mill. Euro aufgelöst werden. In dieser Position errechnet sich damit eine Ergebnisverbesserung von 210 Mill. Euro, die den aus der EZB-Politik resultierenden 11-prozentigen Rückgang des Zinsüberschusses weit überkompensierte. Thema Schiffe ist abgehaktDabei wurde im Schiffsportfolio noch einmal Vorsorge getroffen, die aber nur das Segmentergebnis belastete. Die aktuellen Einzelwertberichtigungen waren laut Finanzchef Detlef Hosemann bereits durch nun aufgelöste Portfoliowertberichtigungen aus dem Vorjahr abgedeckt. Aus dem Problemkreditportfolio Schiffe, das um 70 % auf 200 Mill. Euro abgebaut worden sei, drohen nach Aussage des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Thomas Groß in Zukunft keine Belastungen mehr.Bei den negativen Sondereffekten handelt es sich zum einen um die vollständige Abschreibung des verbliebenen Goodwills der Frankfurter Sparkasse von 68 (i. V. erstmalig 31) Mill. Euro. Das Eigenkapital der 2005 von der Helaba übernommenen Sparkasse ist seither durch Thesaurierung erheblich gestiegen. Es wird zuzüglich Goodwill mit dem Unternehmenswert verglichen, der vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen nicht gleichermaßen zugenommen hat, daher die Abschreibung. Die Helaba-Bilanz sei damit “Goodwill-frei”, was Hosemann als ein Zeichen der anhaltend konservativen Vorsorgepolitik der Bank wertete. Zum anderen resultierte aus der Beendigung des Projekts mit SAP zur Ablösung des Kernbanksystems (vgl. BZ vom 28.10.2017) eine außerplanmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten von 31 Mill. Euro.Der Rückgang des Vorsteuerergebnisses um rund 19 % fiel letztlich “geringer” (Grüntker) bis “deutlich geringer” (Hosemann) aus als erwartet, wobei die Öffentlichkeit freilich nicht weiß, was der Vorstand erwartet hatte. Der Vorstandsvorsitzende ließ durchblicken, dass die (von den Gremien noch nicht beschlossene) Ausschüttung an die Träger – Sparkassen sowie die Länder Hessen und Thüringen – wie im Vorjahr 90 Mill. Euro betragen dürfte.Ihre Renditeziele hat die Helaba nur zum Teil erreicht. Die Eigenkapitalrendite lag mit 5,7 % im Zielkorridor von 5 bis 7 %, während die Cost-Income-Ratio – bedingt durch die Sondereffekte – mit 77 % das Ziel von unter 70 % verfehlte. Derweil liegt die aus eigener Kraft weiter ausgebaute Eigenkapitalausstattung, die der Bank laut Grüntker eine “Position der Stärke” verschafft, mit einer harten Kernkapitalquote von 15,2 % um mehr als 100 % über der aufsichtlichen Anforderung (7,43 %). Grüntker erinnerte daran, dass die Quote unmittelbar nach Ausbruch der Finanzkrise erst 8,8 % betragen habe.In der Segmentrechnung dominiert unverändert die Immobiliensparte mit einem Ergebnis von 377 (401) Mill. Euro. Corporate Finance schaffte bei einem Anstieg des Neugeschäfts auf 5,6 (4,3) Mrd. Euro – von konzernweit wie im Vorjahr 18,5 Mrd. Euro – nicht zuletzt dank der Entspannung bei der Risikovorsorge die Rückkehr in die schwarzen Zahlen: 94 (- 54) Mill. Euro. Das Ergebnis von Financial Markets brach vor allem durch negative Bewertungseffekte auf 4 (114) Mill. Euro ein. Für das Verbund-, Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft stehen 82 (99) Mill. Euro zu Buche. Bei der Frankfurter Sparkasse führte das Niedrigzinsniveau zu einem auf 103,6 (130,6) Mill. Euro verringerten IFRS-Ergebnis. Die Landesbausparkasse (LBS) wurde durch Restrukturierungsrückstellungen von 7 Mill. Euro belastet und schloss mit fast 15 Mill. Euro Verlust ab. Ein Abbau von 400 auf 180 Mitarbeiter über fünf Jahre ist im Gang. Bei Normalisierung des Zinsumfelds soll die LBS wieder einen Gewinn abliefern. Für die Frankfurter Bankgesellschaft, die vermögende Sparkassenkunden betreut, wird ein kleiner Gewinn von 0,4 (- 2) Mill. Euro ausgewiesen. Spürbare SteigerungenFür 2018 plant die Helaba bei unverändert schwierigen Rahmenbedingungen ein Vorsteuerergebnis “im mittleren dreistelligen Millionenbereich”, das Grüntker nicht näher eingrenzen wollte. Für die kommenden Jahre stellte er dagegen “spürbar” steigende Ergebnisse in Aussicht. Sein Optimismus gründet sich auf die Zinswende, die an den Rentenmärkten in Deutschland und in der Eurozone bereits im vollen Gange sei, und auf verschiedene Wachstumsinitiativen der Bank. Bei grundsätzlicher Bestätigung des Geschäftsmodells und der strategischen Ausrichtung als Geschäftsbank, Sparkassenzentralbank und Förderbank wurden im Zuge einer Überprüfung einige geschäftspolitische und organisatorische Veränderungen vorgenommen. So wurde auch im Sparkassengeschäft die Produktverantwortung in spezialisierten Einheiten gebündelt. Dadurch seien nun alle Einheiten für das Verbundgeschäft zuständig, nicht mehr nur die Verbundbank selbst. Dies mache sich positiv im Geschäft mit Sparkassen bemerkbar. Das Auslandsgeschäft sei durch einen eigenen Bereich “Banken und Ausland” gestärkt worden. Die Segmente werden neu zugeschnitten in Immobilien, Corporates & Markets, Retail & Assetmanagement sowie Fördergeschäft. Im Immobiliengeschäft sollen die Syndizierungen in Deutschland und Europa ausgebaut werden. In der Kommunalfinanzierung ist die Helaba intensiver auch jenseits ihrer Kernregionen Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg unterwegs. Die Finanzierung von Gebietskörperschaften außerhalb Europas hat sie eingestellt. Im Fintech-Bereich engagiert sich die Bank unter anderem durch eine eigene Beteiligungsgesellschaft. —– Wertberichtigt Seite 6