Hypo-Fusion der Sparkassen gilt als aussichtslos
Hypo-Fusion der Sparkassen gilt als aussichtslos
ski Frankfurt – Die Überlegungen zu einem Zusammenschluss der beiden zur Sparkassengruppe gehörenden Immobilienbanken Berlin Hyp und Deutsche Hypo gelten in weiten Teilen der Organisation aus derzeitiger Sicht als chancenlos. In einflussreichen Kreisen des öffentlich-rechtlichen Lagers wurden die Planspiele (vgl. BZ vom 20. Juni) am Dienstag bestätigt. In der Vorstandssitzung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) am Montag seien sie jedoch allenfalls ein Randthema gewesen, war zu hören. Und sosehr solche Ideen als denkbarer Beitrag zur Sanierung der Nord/LB, der Mutter der Deutschen Hypo, auf der Hand lägen, seien sie doch unrealistisch. Dessen ungeachtet gilt es als wahrscheinlich, dass das Thema bald in einem anderen Gremium, in der Konferenz der regionalen Verbandspräsidenten, wieder aufpoppt.”Das wird nicht funktionieren”, verlautete aus dem Führungskreis der Organisation. Ein Verbandsmanager beschreibt das Prozedere: Eine Übernahme der Deutschen Hypo durch die über die Landesbank Berlin Holding von den Sparkassen getragene Berlin Hyp müsste von sämtlichen derzeit 396 deutschen Sparkassen und deren Verwaltungsräten abgesegnet werden. Dies sei bei aller unter Umständen vorstellbaren strategischen Sinnhaftigkeit einer solchen Kräftebündelung undenkbar. Ein regionaler Verbandspräsident, Sparkassenobmann oder Landesbankchef, der seine Institute für dieses Vorhaben um Geld bitten oder dafür werben würde, wäre noch am selben Tag seinen Job los, meinte ein hochrangiger Repräsentant der roten Finanzgruppe. An anderer Stelle hieß es, dass hier schließlich nicht nur ein Kaufpreis aufgerufen würde, sondern ein fusionierter gewerblicher Immobilienfinanzierer, der im Übrigen ein wenig diversifiziertes Portfolio aufwiese, obendrein in nennenswertem Umfang auf eine Kapitalspritze angewiesen wäre.Mehrere Quellen wiesen zur Begründung ihrer Skepsis auf die “Berliner Erfahrungen” hin, nach denen niemand mehr auch nur einen Euro für ein weiteres Engagement in die Hand nehmen wolle. Die Sparkassen hatten 2007 die Landesbank Berlin samt Berliner Sparkasse für 5,5 Mrd. Euro erworben. Obwohl damit ein Verkauf an private Interessenten, durch den die Hauptstadt zur sparkassenfreien Zone hätte werden können, verhindert wurde: Den Kaufpreis mussten die Sparkassen, die es sich leisten konnten, in der Regel bis auf einen eher symbolischen Restwert abschreiben. Hinzu kommt, dass Sparkassen, die an Landesbanken mit eigenem Immobiliengeschäft beteiligt sind, in einer fusionierten Hypothekenbank eine unliebsame Konkurrenz sehen dürften.Vereinzelt sind indes Stimmen zu hören, die eine Hypo-Fusion im Rahmen einer womöglich durch Stützungs- oder Abwicklungsfälle notwendig beziehungsweise möglich werdenden umfassenden Neuordnung der Gruppe für denkbar halten. Ein solches Szenario gilt freilich nicht gerade als das nächstliegende.