Hypoport weiter auf Wachstumskurs

Investitionen bremsen Ergebnissteigerung - Aktie fällt nach Prognose für 2020

Hypoport weiter auf Wachstumskurs

ste Hamburg – Investitionen in künftiges Wachstum werden auch die Ergebnissteigerung bei Hypoport in diesem Jahr bremsen. Der in Lübeck ansässige Plattformbetreiber rechnet 2020 mit einem Anstieg des Betriebsergebnisses um mindestens 6 % auf 35 Mill. bis 40 Mill. Euro – nach 13 % auf 33 Mill. Euro im vergangenen Turnus. Die in den vergangenen zwölf Monaten noch um 70 % gestiegene Aktie des stark gewachsenen SDax-Unternehmens gab gestern in einem sehr schwachen, von der Coronakrise geprägten Aktienmarkt um 8,6 % auf 282,00 Euro nach.Die neben den Segmenten Kreditplattform und Privatkunden deutlich kleineren Sparten Versicherungsplattform und Immobilienplattform seien auch im Geschäftsjahr 2020 “zentrale Investitionsfelder”, erklärte Vorstandschef und Großaktionär Ronald Slabke bei der Vorlage vorläufiger Zahlen zum Geschäftsjahr 2019. Das Wachstumspotenzial in beiden Industrien sei für die integrierten Plattformen “enorm”.Bei Hypoport geht man insgesamt von einer Fortsetzung des kräftigen Wachstums aus. So werden die Umsatzerlöse im laufenden Turnus bei 400 Mill. bis 440 Mill. Euro erwartet. Verglichen mit dem 2019 um 27 % auf 337,2 Mill. Euro erhöhten Niveau liegt der Wachstumskorridor zwischen 18,6 und 30,5 %. Die Umsatzprognose lag über der Konsensschätzung der von Bloomberg erfassten Analysten, die Ebit-Vorgabe darunter. Während die Umsatzprognose sehr stark zu bewerten sei, werde das Betriebsergebnis gekennzeichnet von höheren Investitionen in weiteres Wachstum, meinte Marius Fuhrberg vom Analysehaus Warburg Research. Auch wenn die kurzfristig in einem ziemlich schwachen Ebit resultieren werde, könne die Strategie auf mittlere bis lange Sicht sehr nützlich sein, um dominierende Marktpositionen in allen Geschäftssegmenten zu sichern.In der vergangenen Woche hatte Hypoport bereits über die im vorigen Geschäftsjahr erreichten Steigerungsraten bei Umsatz und Ebit berichtet. Mit einem Umsatzplus von 22 % auf 141,5 Mill. Euro lieferte das Segment Kreditplattform den größten Wachstumsbeitrag, wie Hypoport nun konkretisierte. Haupttreiber seien der 18-prozentige Anstieg des Transaktionsvolumens von Europace (vgl. BZ vom 14. Januar) sowie eine gute Entwicklung der Maklerpools gewesen, die ebenfalls zum Segment Kreditplattform gehören. Das Ebit der Sparte habe trotz ausgeweiteter Investitionen in den Vertrieb und das Heben von Synergien mit der Immobilienplattform um 20 % auf 31,2 Mill. Euro zugelegt.Die Erlöse im Segment Privatkunden erhöhten sich um 21 % auf knapp 105 Mill. Euro, während das Betriebsergebnis unterproportional um 3 % auf 11,1 Mill. Euro kletterte. Hier wirkten sich den Angaben zufolge eine Änderung im Produktmix, die Anbindung weiterer regionaler Produktpartner und auch Investitionen in effizientere Prozesse aus. Die Segmente Immobilien- und Versicherungsplattform kamen bei Umsätzen von 50,1 Mill. Euro (+47 %) bzw. 42,6 Mill. Euro (+38 %) auf ein Ebit von 5,4 (6) Mill. Euro bzw. -1,4 (-2,7) Mill. Euro. Unter dem Strich verbuchte Hypoport 2019 mit 24,4 Mill. Euro ein um 9 % höheres Konzernergebnis als im Jahr zuvor. Der Geschäftsbericht 2019 soll am 23. März veröffentlicht werden.