ING leidet unter hohen regulatorischen Kosten
ING leidet unter hohen regulatorischen Kosten
kb Frankfurt – Hohe Kosten und zugleich schrumpfende Erträge haben der niederländischen Großbank ING im Schlussquartal 2017 zugesetzt. Personalaufwand sowie die Kosten angesichts regulatorischer Vorgaben und für andere Dinge stiegen um 10,5 %, aber auch die Risikokosten um mehr als ein Drittel. Gleichzeitig schmolzen die gesamten Einnahmen um 2,1 %, so dass das operative Nettoergebnis um 27,5 % auf 1 Mrd. Euro einbrach. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im Schlussquartal allerdings um 35,5 % auf 1 Mrd. Euro, da im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresquartal der Umbau der Bank damals das Ergebnis noch mit 787 Mill. Euro belastet hatte. Die ING hatte damals angekündigt, im Zuge einer großangelegten Restrukturierung zudem in den kommenden Jahren 7 000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.Für den Mutterkonzern der deutschen Direktbank ING DiBa steuerte das Deutschland-Geschäft operativ 350 Mill. Euro zum Quartalsergebnis bei. Nur das Heimatgeschäft der ING in den Niederlanden warf mit operativ 637 Mill. Euro mehr ab. Drittwichtigster Markt ist Belgien. Allerdings machten sich auch in Deutschland die gestiegenen Kosten negativ bemerkbar. Neben der Direktbank ING DiBa gehört hierzulande die Baufinanzierungsplattform Interhyp zum ING-Konzern.Im Gesamtjahr 2017 konnte die ING ihr operatives Ergebnis leicht stabil halten und weist unterm Strich einen Gewinnanstieg um 5,5 % auf 4,9 Mrd. Euro aus. Die ING-Aktie fiel am Mittwoch bei Börseneröffnung in Amsterdam um mehr als 2 %, da sich Analysten enttäuscht von den Ergebnissen des Konzerns zeigten. Die Kurseinbußen reduzierten sich im Tagesverlauf.Die stark auf das Privatkundengeschäft ausgerichtete Bank gewann eigenen Angaben zufolge allein im Schlussquartal 500 000 neue Retailkunden hinzu und verfügt nun über 37,4 Millionen Kunden. Unter den wichtigsten Einnahmequellen der Bank kletterten die Kundenfinanzierungen zum Stichtag am Jahresende um 4 % auf 290 Mrd. Euro und damit stärker als die Baufinanzierungen, die leicht um 0,6 % auf 284 Mrd. Euro zulegten.