Intesa Sanpaolo stößt auf Widerstände

Geplante Übernahme von Ubi Banca gestaltet sich schwieriger als erwartet

Intesa Sanpaolo stößt auf Widerstände

bl Mailand – Der Widerstand gegen die von der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo vorgeschlagene Übernahme von Ubi Banca wächst. Einige traditionelle Aktionäre der Ubi Banca haben sich bereits gegen das Vorhaben ausgesprochen. Auch der drastische Einbruch der Aktienkurse der Banken in den letzten Wochen könnte die Realisierung des Projekts erschweren.Nachdem bereits die Kernaktionäre des sogenannten Car-Aktionärspakts – dazu gehören neben zwei Stiftungen auch etliche einflussreiche Familien aus Bergamo -, der zusammen 17,7 % des Kapitals kontrolliert, das Intesa-Sanpaolo-Angebot abgelehnt hatten, schloss sich ein weiterer Aktionärspakt mit insgesamt 1,6 % der Anteile dieser Position an. Auch eine weitere Stiftung, die Fondazione Caricuneo, will die Offerte ablehnen.Noch nicht klar ist, wie sich eine andere Aktionärsgruppe, die mit 8,37 % an Ubi Banca beteiligt ist, verhalten wird. Eine geplante Zusammenkunft dieser Anteilseigner wurde wegen der Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie abgesagt. Eine Entscheidung dürfte aber nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Interessant ist die Haltung dieser Aktionärsgruppe auch deshalb, weil ihr der frühere Intesa-Sanpaolo-Verwaltungsratspräsident Giovanni Bazoli angehört. Eine Ablehnung hätte deshalb durchaus “politische” Implikationen – zumal Banca d’Italia und Regierung das Fusionsvorhaben eher positiv beurteilen.Intesa-Sanpaolo-Chef Carlo Messina stößt mit seinem Vorschlag bisher auf größeren Widerstand, als er vermutlich selbst erwartet hatte. Er will der Börsenaufsicht Consob bis zum Samstag die für eine Übernahme notwendigen Unterlagen vorlegen.Nicht erleichtert wird das Vorhaben durch die jüngsten Börsenverluste der Banken. Intesa Sanpaolo bietet den Ubi-Banca-Anteilseignern 17 eigene Aktien für zehn Ubi-Anteilscheine. Das entsprach mit einem Kurs von 4,254 Euro je Aktie einem Aufschlag von 28 % gegenüber dem Ubi-Schlusskurs vom 14. Februar und einem Gesamtwert von 4,86 Mrd. Euro. Auf Basis der Schlusskurse vom vergangenen Freitag, 28. Februar, schrumpfte der Wert je Ubi-Aktie auf 3,74 Euro oder auf insgesamt 4,28 Mrd. Euro.