Kein Genuss ohne Reue
Kein Genuss ohne Reue
So mancher Ire mag sich die Haare raufen. Während Steuern und Abgaben für Normalverbraucher steigen, wird Allied Irish Banks (AIB) in den kommenden drei Jahrzehnten wohl keine Körperschaftsteuer an den Fiskus abführen müssen. Dabei wurde das einstige Lieblingsinstitut der Baulöwen und Immobilienspekulanten von der öffentlichen Hand mit 21 Mrd. Euro vor dem Untergang bewahrt. Die nach der Rettung aufgehäuften Verlustvorträge sind so hoch, dass das Finanzamt so schnell kein Geld zurückbekommt. Die für das Initial Public Offering zugrunde gelegte Bewertung liegt weit unter dem Betrag, der in das Institut hineingepumpt wurde. Kein Wunder also, dass nicht alle Investoren, bei denen für den Börsengang der AIB geworben wird, an den Genuss ohne Reue glauben wollen. Wenn sich genug öffentliche Empörung regt, könnte zudem die irische Regierung eines Tages geneigt sein, die Möglichkeiten zur Anrechnung von Verlustvorträgen drastisch einzuschränken. Es wäre also gut möglich, dass der Staat einen niedrigeren Ausgabepreis in Kauf nehmen muss.hip