KfW bricht Rekord bei Wohnkrediten

Förderbank sagt 11 Mrd. Euro im ersten Halbjahr zu - Marktanteil nähert sich einem Zehntel

KfW bricht Rekord bei Wohnkrediten

Die Baukonjunktur gewinnt an Fahrt und beschert der KfW einen Rekord in der privaten Wohnfinanzierung. Knapp ein Zehntel aller neu ausgereichten Mittel stammen in dem Segment mittlerweile aus den Töpfen der Förderbank. Auch darüber hinaus läuft das Geschäft.jsc Frankfurt – Der Bauboom in Deutschland und der Bedarf an Förderkrediten für energieeffiziente Gebäude treibt das Neugeschäft der KfW im Segment Wohnen auf immer neue Höhen. Im ersten Halbjahr 2017 hat die staatliche Förderbank 11,2 Mrd. Euro für private Immobilien zugesagt, so viel wie noch nie, wie die Bankengruppe am Montag mitteilte. Bereits für das erste Halbjahr 2016 hatte die KfW einen Rekord gemeldet. Auch über alle Segmente hinweg florierte das Neugeschäft und erreichte mit 36,5 Mrd. Euro ein ähnlich hohes Niveau wie im ersten Halbjahr 2016. Das Volumen spiegele eine gute konjunkturelle Lage in Deutschland wider, sagte Kapitalmarktvorstand Günther Bräunig, der den erkrankten Bankchef Ulrich Schröder vertritt und in Kürze auch formal als stellvertretender Vorstandsvorsitzender auftreten soll.Die Baukonjunktur hat in den vergangenen Jahren an Fahrt gewonnen. Das Volumen von Neubauten und der Sanierung von Wohnhäusern erreicht bundesweit insgesamt dreistellige Milliardenbeiträge pro Jahr und wächst, so dass die Kreditwirtschaft allein im vergangenen Jahr laut Bundesbank 235 Mrd. Euro an Wohnkrediten für private Haushalte herausreichte. Der Marktanteil der KfW erreicht gemessen daran knapp 9 % und dürfte im ersten Halbjahr oberhalb dieser Marke liegen, wie jüngste Bundesbank-Daten nahelegen. Die KfW hat in der wichtigen Programmgruppe “Energieeffizient Bauen und Sanieren” Höchstbeträge und Tilgungszuschüsse aufgestockt, allerdings auch die Standards der Energieeffizienz verschärft.Zweite tragende Säule der Kreditzusagen im Inland sind Darlehen an Unternehmen. Die zuständige Mittelstandsbank sagte im ersten Halbjahr 11,3 Mrd. Euro zu nach 9,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Ähnlich wie in der privaten Wohnfinanzierung waren auch Vorhaben zur Energieeffizienz und darüber hinaus zu erneuerbaren Energien ausschlaggebend, neben Gründungshilfen und allgemeinen Darlehen. In der internationalen Finanzierung fiel das Neugeschäft der für Export- und Projektfinanzierung zuständigen Tochter Ipex-Bank mit 5,7 Mrd. Euro ähnlich moderat aus wie im Vorjahr. In dem Geschäft werden große Industrie- und Infrastrukturprojekte gefördert, was mit großen Zusagevolumen für Einzelprojekte einhergeht und somit einen volatilen Absatz nach sich zieht. Kapitalquote sinktDas Eigenkapital erhöhte die Bank im laufenden Turnus von 27,1 Mrd. auf 27,9 Mrd. Euro, trotzdem fiel die harte Kernkapitalquote seit Jahresbeginn von 22,3 % auf 20,0 % ab. Die Bank rechnet nach eigener Darstellung nun strenger: Ermittelte sie bisher die Quote vorläufig, hat nun die Aufsicht der Methodik in Teilen zugestimmt. Solange nicht klar ist, ob alle weiteren Punkte akzeptiert werden, ermittelt die Bank einige Posten per Standardansatz, was zu konservativeren Ergebnissen führt. Offen ist bislang etwa, wie genau Risiken im Durchleitungsgeschäft erfasst werden, bei dem die KfW Förderkredite über gewöhnliche Banken vergibt und Risiken abtritt.Der Gewinn fiel mit 801 Mill. Euro etwas höher aus als im Vorjahr, was die Bank auch auf Bewertungseffekte zurückführt. Für das Gesamtjahr erwartet die KfW ein “zufriedenstellendes Jahresergebnis”, auch wenn der Gewinn im zweiten Halbjahr voraussichtlich geringer ausfallen dürfte, wie Bräunig erklärte. An den Kapitalmärkten nahm die KfW bis zur Jahresmitte 46,9 Mrd. Euro an langfristigen Mitteln auf nach 42,4 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Weil das Neugeschäft brummt, hatte die Bank ihre Prognose für das Refinanzierungsvolumen im Gesamtjahr unlängst von 75 Mrd. auf 80 Mrd. Euro erhöht.—– Wertberichtigt Seite 6