Kick-back für einen guten Zweck
Kick-back für einen guten Zweck
Von Stefan Paravicini, New YorkTue Gutes und rede darüber. Das muss sich auch Palestine “Pam” Ace in ihrer Zeit als Senior Vice President im Global Wealth und Investment Management der Bank of America gedacht haben. Die 45-Jährige hat dabei aber offenbar etwas falsch verstanden. Jetzt muss sich Ace zusammen mit ihrem Mann Jonathan und einer weiteren Mitarbeiterin der Bank wegen Unterschlagung, der Verschwörung zum Betrug sowie wegen Betrugs in mehreren Fällen verantworten. Es drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren und Bußen in Höhe von 250 000 Dollar.Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft in Boston, Massachusetts, lautet, dass Ace zwischen 2010 und 2015 Gelder in Höhe von 2,7 Mill. Dollar aus dem Marketingbudget der Bank of America abgezweigt und das Geld an gemeinnützige Organisationen in Boston und Atlanta überweisen hat. Voraussetzung für eine Spende war die Zustimmung der Non-Profit-Organisationen, dass die Aces mit einer Beratungsgebühr in Höhe von 50 % der Spendengelder für die “Vermittlung” der Zuwendungen vergütet werden. Die betroffenen gemeinnützigen Organisationen, die vor allem Freizeitangebote für Jugendliche anbieten, aber auch in der Aidshilfe tätig sind, wurden zuvor offenbar durch viel gutes Zureden in den Glauben versetzt, dass das Ehepaar interessierte private Spender an der Hand hat, die sich über die Bank gemeinnützig engagieren wollten. Darüber hinaus geredet hat laut Klageschrift der Staatsanwaltschaft dann vor allem Ehemann Jonathan, und zwar in erpresserischer Absicht, um die Höhe der “Kick-backs” an die Aces in die Höhe zu treiben. In einem Fall soll Jonathan so weit gegangen sein, dem Gründer einer Non-Profit-Organisation mit der Veröffentlichung von inkriminierenden Fotos und Tonbandaufnahmen zu drohen.Bank of America, die Ace nie autorisiert hat, Spenden zu vergeben, kam ihrer Managerin erst auf die Spur, als Brianna Alexis Forde, die ebenfalls angeklagt ist, im Auftrag von Ace begann, “Beratungshonorare” der Non-Profits auf das Konto von Aces Mutter zu überweisen und dabei penibel unterhalb der berichtspflichtigen Schwelle von 10 000 Dollar blieb. Insgesamt kamen auf diesem Konto so knapp 180 000 Dollar zusammen. Das nahm die Bank zum Anlass, eine interne Untersuchung zu starten.Nicht alle betroffenen Wohltätigkeitsorganisationen haben die Zuwendungen der Aces nur für wohltätige Organisationen eingesetzt. In drei Fällen zweigten die Gründer der Non-Profits ebenfalls Gelder für private Zwecke ab. Bei allen drei handelte es sich um Verwandte von Pam und Jonathan Ace. Die Aces selbst verwendeten ihre Beratungshonorare laut Staatsanwaltschaft für ausgelassene Geburtstagsfeiern, den Kauf eines Kawasaki-Motorrads und für andere gute Zwecke. ——–Eine BofA-Managerin hat Marketinggelder abgezweigt und wohltätige Organisationen erpresst.——-