Klassenerhalt geht vor
Klassenerhalt geht vor
Der eine oder andere wird sich vielleicht verwundert die Augen reiben. Hatte die Deutsche Bank nicht erwogen, rund 300 Mrd. Euro ihrer Bilanzsumme von der Themse an den Main zu transferieren? Nun hat sie sich ein neues Hauptquartier in London gesichert, das noch größer ist als das alte in der Winchester Street. Das eine muss aber das andere nicht ausschließen. Aus der kleinen Klasse der global tätigen Investmentbanken haben sich die Frankfurter zwar schon lange verabschiedet. Darüber muss man nicht traurig sein. Aber auch für eine grenzüberschreitend aktive deutsche Großbank kommt ein Abzug aus dem nach wie vor führenden Finanzzentrum der Welt nicht in Frage. Wie viele andere Institute dürfte auch die Deutsche Bank in erster Linie die Teile ihres Geschäfts auf den Kontinent verlegen, die aus rechtlichen Gründen unbedingt innerhalb der EU angesiedelt werden müssen. Das globale Geschäft wird man aus London weiterbetreiben – oder aus New York. Einen weiteren Abstieg zu verhindern, hat eben Vorrang vor der Förderung des Finanzplatzes Frankfurt.hip