WERTBERICHTIGT

Kleinstaaterei im Norden

Börsen-Zeitung, 18.6.2020 Es hätte ein Signal sein können, dass in der Metropolregion Hamburg nicht nur über ein Zusammenrücken geredet wird. Doch die Volksbanken der Hansestädte Hamburg und Lübeck kommen nicht zusammen. Die Vorstände beider Häuser...

Kleinstaaterei im Norden

Es hätte ein Signal sein können, dass in der Metropolregion Hamburg nicht nur über ein Zusammenrücken geredet wird. Doch die Volksbanken der Hansestädte Hamburg und Lübeck kommen nicht zusammen. Die Vorstände beider Häuser zeigen sich nach der nicht ausreichenden Zustimmung durch Eigentümervertreter zerknirscht. Ihr Pech war, dass das Projekt in die Coronakrise fiel: Kontaktsperren erschweren notwendige Überzeugungsarbeit. Über die Gründe der Ablehnung wird noch gerätselt. Könnte es sein, dass kurzsichtige Argumente den Ausschlag gaben und Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem vergangenen Jahr, groß zu denken, um die Metropolregion im Vergleich der Wirtschaftsstandorte weiter nach vorn zu bringen, zu wenig Beachtung fanden? Die zuletzt nach Corona-Grenzkontrollen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein beklagte Kleinstaaterei im Norden setzt sich fort – grotesk in Anbetracht zementierter Null- und Negativzinsen und überbordender regulatorischer Anforderungen. ste