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Krisenerprobt

ak - Die Coronakrise hat auch den Arbeitsalltag der Finanzaufsicht erheblich verändert. Etwa zwei Drittel seiner Mitarbeiter arbeiteten mittlerweile im Home-Office, schätzt BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund. Der oberste Versicherungsaufseher und...

Krisenerprobt

ak – Die Coronakrise hat auch den Arbeitsalltag der Finanzaufsicht erheblich verändert. Etwa zwei Drittel seiner Mitarbeiter arbeiteten mittlerweile im Home-Office, schätzt BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund. Der oberste Versicherungsaufseher und seine Leute müssen auf Vor-Ort-Prüfungen und Aufsichtsbesuche derzeit weitgehend verzichten, nur für Notfälle behält sich die BaFin das vor. Das ursprüngliche Aufsichtsprogramm ist in den Hintergrund getreten. Eigentlich hatte Grund Themen wie Nachhaltigkeit, Niedrigzinsumfeld und Cyberrisiken in den Vordergrund gestellt, jetzt hat seine Behörde in den Krisenmodus geschaltet.Aus der Ruhe bringt das den Aufseher nicht. Frank Grund gehört zu den bedächtigeren Charakteren, die zumindest äußerlich mit großer Gelassenheit an ihre Arbeit herangehen. Seit fünf Jahren führt der 62-Jährige die deutsche Versicherungsaufsicht. Als er das Amt im Oktober 2015 übernahm, stand die Assekuranz kurz vor einer ihrer einschneidendsten Reformen: dem Wechsel auf das neue europäische Aufsichtsregime Solvency II, das Anfang 2016 in Kraft trat. Seither geht es Schlag auf Schlag: Die Lebensversicherer müssen im Dauerzinstief langfristig überlebensfähig werden, die Assekuranz muss die Digitalisierung und Angriffe auf ihr Geschäftsmodell bewältigen sowie für die eigene IT-Sicherheit sorgen.Grund hat als ehemaliger Versicherungsmanager Verständnis für die Sorgen der Branche, doch spricht er auch klare Worte. “Zuckerbrot und Peitsche” war auch schon das Motto seines etwas extrovertierteren Vorgängers und heutigen BaFin-Chefs Felix Hufeld.Frank Grund ist promovierter Jurist, startete seine Karriere beim Gerling-Konzern und war von 2003 bis 2012 Vorstandschef der Basler Versicherungen.