LBS Südwest verdaut Fusion

Rheinland-Pfalz trägt überdurchschnittlich stark zum Bruttoneugeschäft bei - Belegschaft wird verkleinert

LBS Südwest verdaut Fusion

spe Stuttgart – Zum zweiten Mal in Folge hat die Landesbausparkasse (LBS) Südwest 2019 beim Bruttoneugeschäft die 10-Mrd.-Euro-Marke geknackt. Dabei steuerte Rheinland-Pfalz mit 2,03 Mrd. Euro einen überdurchschnittlichen Teil (+7,3 %) zum gesamten Bausparneugeschäft von brutto 10,46 Mrd. Euro bei (+2,3 %). Stefan Siebert, Vorstandsvorsitzender, führt dies darauf zurück, dass mittlerweile alle 24 Sparkassen in Rheinland-Pfalz auf das nach der Fusion von LBS Baden-Württemberg und LBS Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 vereinbarte neue Kooperationsmodell umgestellt hätten. “Damit haben wir die Fusion vollkommen vollzogen”, sagte Siebert in Stuttgart. Im Marktgebiet Baden-Württemberg fiel das Plus mit 1,1 % auf 8,44 Mrd. Euro dagegen deutlich geringer aus als in Rheinland-Pfalz.Im Gegensatz zum Bruttoneugeschäft stagnierte im vergangenen Jahr das Nettoneugeschäft, das die Verträge mit eingezahlter Abschlussgebühr umfasst, bei 9,3 Mrd. Euro. Ebenso blieb das Vorsteuerergebnis mit rund 20,2 Mill. Euro auf dem Niveau des Vorjahres, womit sich Finanzvorstand Norbert Lohöfer angesichts der Zinssituation aber zufrieden zeigte. Einsparungen stehen anUnter der Prämisse einer mehr oder weniger unveränderten Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnet der Vorstand auch für das laufende Jahr damit, das Jahresergebnis sowie das Neugeschäft konstant halten zu können. Zumindest für die erste Hälfte des Jahrzehnts gehe man bei der LBS von einem anhaltend niedrigen Zinsniveau aus, sagte Siebert. Indessen reagiert die LBS Südwest auf die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der EZB, insbesondere auf das Zinsergebnis, das rund 80 % des Vorsteuerergebnisses ausmacht, mit mehreren Maßnahmen. Zum einen sollen Einsparungen beim Verwaltungs- und Personalaufwand und zum anderen die Beschleunigung von Prozessen, insbesondere durch verstärkte Digitalisierung, helfen. Im Zuge dieser Maßnahmen ist die weitere Reduzierung der Belegschaft von 773 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Ende 2019) auf 675 bis Jahresende 2022 an den Standorten Stuttgart, Mainz und Karlsruhe geplant. Dies soll mit einem Altersteilzeitmodell und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.Wie Siebert weiter ausführte, wurde knapp die Hälfte des Bausparvolumens (4,56 Mrd. Euro) von den Sparkassen oder der BW-Bank vermittelt und ein Viertel vom LBS-Außendienst. Ein weiteres Viertel entfällt auf das sogenannte Gemeinschaftsgeschäft, bei dem LBS und Sparkassen gemeinsam tätig sind. Während die durchschnittliche Bausparsumme pro neu abgeschlossenen Vertrag mit rund 66 000 Euro so hoch wie nie war, ist die Anzahl der neuen Verträge um 7 % auf knapp 160 000 zurückgegangen. Viele neue Bausparverträge würden im Rahmen einer Sofortfinanzierung abgeschlossen, sagte der Vizechef Uwe Wöhlert. Damit könnten die Kunden ihr Vorhaben direkt umsetzen – und dabei auf langfristige Finanzierungen mit festen Zinsen vertrauen. Entsprechend sind die Auszahlungen im außerkollektiven Kreditgeschäft um 9,5 % auf 1,50 Mrd. Euro gestiegen.