Lloyds-Anteilseigner unterliegen vor Gericht

Richter weist alle Vorwürfe gegen den Board zurück

Lloyds-Anteilseigner unterliegen vor Gericht

hip London – Ehemalige Anteilseigner von Lloyds TSB, die sich vom Board in der Irre geführt fühlten, haben vor dem Londoner High Court eine schmerzliche Niederlage erlitten. Rund 6 000 Aktionäre hatten die Lloyds Banking Group auf 600 Mill. Pfund Schadenersatz verklagt. Der Vorwurf: Das Management habe den Aktionären bei der Übernahme der Halifax Bank of Scotland (HBOS) 2008 vorenthalten, dass das Akquisitionsziel von Liquiditätshilfen der Bank of England und der Federal Reserve abhängig war und gerade einen 10 Mrd. schweren Kredit von Lloyds TSB erhalten hatte. Durch die Übernahme im Aktientausch sei das vor dem Zusammenbruch stehende Institut viel zu hoch bewertet worden. Unter den Klägern befanden sich 300 institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Fondsgesellschaften.Richter Alastair Norris, der das Verfahren vor zwei Jahren eröffnet hatte, entschied, dass der Board die Existenz des Milliardenkredits an HBOS nicht vorsätzlich verschleiert habe. Es habe in seinem Ermessen gelegen, die Aktionäre auf seine Existenz und Bedeutung aufmerksam zu machen. Zudem sei unklar, ob sich die Anteilseigner anders entschieden hätten, wenn sie davon gewusst hätten. Auch habe die Regierung das Institut nicht dazu gedrängt, ein Übernahmeangebot zu machen.Eine Sprecherin der Lloyds Banking Group begrüßte die Entscheidung. “Unsere Mandanten sind von der Entscheidung zutiefst enttäuscht”, sagte dagegen Damon Parker, Gründer und Partner der Kanzlei Harcus Parker, von der die vergrätzten Anteilseigner vertreten wurden. Man werde die zur Verfügung stehenden Optionen prüfen und eventuell in Berufung gehen.