LSE-Refinitiv-Deal kann länger dauern
LSE-Refinitiv-Deal kann länger dauern
ahe Brüssel – Die milliardenschwere Übernahme des Finanzdatenanbieters Refinitiv durch die London Stock Exchange (LSE) könnte sich länger hinziehen als eigentlich erwartet. Wie die “Financial Times” berichtet, will die EU-Kommission den Kauf doch etwas genauer unter die Lupe nehmen und eine vertiefte Prüfung einleiten. Eigentlich sollte die Übernahme bei der Brüsseler Wettbewerbsbehörde bereits Anfang des Monats offiziell angemeldet werden. Doch die bisherige Voranmeldungsphase hatte sich als unerwartet schwierig erwiesen, so dass dies bisher ausgeblieben ist, wie die Zeitung unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang befasste Personen berichtete. In der Voranmeldephase wird den Unternehmen die Chance geboten, bereits im Vorfeld einer offiziellen Fusionsanmeldung potenzielle Bedenken der Wettbewerbsbehörde und entsprechende Abhilfemaßnahmen zu identifizieren.Die “Financial Times” zitierte eine nicht näher benannte informierte Person, der zufolge nun erst einmal eine vertiefte und längere Prüfung stattfinden werde und sich eine Freigabe bis ins nächste Jahr hineinziehen könne. Die LSE und Refinitiv bekräftigten gegenüber der Zeitung, dass die 27 Mrd. Dollar teure Übernahme von einem vom Finanzinvestor Blackstone geführten Konsortium weiterhin bis Ende des Jahres abgeschlossen werden solle, ohne sich näher zu den Informationen zu äußern. Die EU-Kommission wollte sich nicht zum Stand der Prüfung äußern. Die LSE-Aktie sackte nach Bekanntwerden des Berichts zunächst um bis zu 6 % ab.